Zinkblende (Sphalerit von griech. sphaleros=trügerisch) mit der
chem. Formel ZnS ist ein weit verbreitetes und im Bergbau als Zinkerz gesuchtes
Mineral. Es kommt sowohl pegmatitisch (z.B. auch Hagendorf),
pneumatolytisch, sedimentär und hydrothermal gebildet in teilweise
mächtigen Lagern vor. Häufig wird Zinkblende von Bleiglanz und
Kupferkies begleitet. Die Farbe von Zinkblende ist (selten) farblos, gelb
(Honigblende), braun, rot (Rubinblende) ölgrün und (häufig,
dann oft eisenreich) schwarz. Der früher gerne gebrauchte Begriff
"Blende" bezieht sich auf den halbmetallischen Glanz und war als Überbegriff
(auch für Zinnober, Covellin, Realgar, Auripigment, Greenockit..)
fürher in Gebrauch. Zinkblende kristallisiert kubisch-hex'tetraedrisch.
Typische Kristallformen:
Die chemische Beschaffenheit schwankt stark, gerne ist Zinkblende eisenhaltig
(bis 20% !). Für eisenhaltige Zinkblende, die dann tiefschwarz ist
wurden versch. Bezeichnungen (Christophit) eingeführt, die aber nicht
mehr gebraucht werden sollen. Zudem ist ZnS dimorph, also mit gleicher
chemischer Formel kristallisiert Wurtzit im hexagonalen System.
Die wirtschaftliche Verwendung (wichtigstes Zink-Erz) ist vielfältig:
Verhüttung zu Zink, daraus Drähte, Bleche, zur Legierung (Messing!),
Farben (heute weniger, früher viel Zinkweiß, Zinkgelb), Verwendung
zum 'verzinken', für galvanische Elemente, früher zur Schädlingsbekämpfung
(Zinksulfat) und zur Holzimprägnierung (Zinkchlorid).
Wissenschaftshistorisch hat Zinkblende zu bedeutenden Erkentnissen beigetragen.
C.W. Röntgen hat nämlich mit einem Zinkblendekristall im Strahlengang
der von ihm entdeckten "X-Strahlung" zweierlei nachweisen können:
Erstens die Wellennatur der Röntgen-Strahlen und zweitens den symmetrischen
Aufbau der Kristallgitter aus Atomen. Die auf Film aufgenommenen Beugungsbilder
waren nicht nur Beweis und Gegenbeweis für viele damalige Theorien,
auch wurde der Grundstein zur modernen Röntgen-Strukturanalyse (Laue-Aufnahme,
Drehkristallaufnahme, Pulver-Aufnahme usw.) durch dieses erste Experiment
an einem Zinkblendekristall gelegt.
Zinkblende in meiner Mineralien-Sammlung kommt von Hagendorf
(vorne links - mit Pyrit, hinten rechts - in Sericit), von Wölsendorf
(hellere Kristalle bis fast 1 cm, Mitte-rechts), von Erbendorf (links,
halbhinten), von Wendersreuth (kleine Stufe im
Döschen, 3-mm Kristall) und als Super-Stufe von Smith-Country, USA
(hinten-links). Ein beachtliches Exemplar mit 2cm großen Kristallen,
von Cerussit begleitet, habe ich aus Tsumeb (alter Fund, nicht auf dem
Bild). Ebenfalls nicht auf dem Bild bis cm-große Zinkblendekristalle,
die die Matrix einer Fluorit-Stufe (über 10 cm großer Kristall)
aus Cave in Rock, Illinois bilden (ca. 20 Jahre alter Fund) und mein größter
Zinkblende Kristall, ein Zwilling mit 12 cm Druchmesser, leicht mit Quarz
"überzuckert", aus Taolin/Hunan, China
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