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Beryllkristalle (Pegmatitgrube Lindner, an der Straße
zwischen Wildenau und Plößberg), Bildbreite ca. 7 cm.
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Eine Gegend, die geologisch und mineralogisch aufgrund ihrer Vielfalt
immer wieder für Aufsehen sorgt ist das, an sich recht kleine Gebiet
zwischen den Orten Wildenau und Plößberg, ca. 20 km nordöstlich
von Weiden in der Oberpfalz. Eingehend (was die Mineralführung, leider
nicht was die genaue Lage betrifft) in der Literatur beschrieben und durch
fast sagenhafte Funde berühmt sind die Pegmatite von
Die nachfolgende Beschreibung der Pegmatite "Auf
der Wacht", "Lindner" bzw. "Ödberg" bitte ich mit Vorsicht zu betrachten
und ggf. kritisch zu prüfen. Beide Vorkommen sind in den einschlägigen
Arbeiten oft ungenau beschrieben, verwechselt oder nicht unterschieden
worden. Das Vorkommen "Auf der Wacht" wird z.B. im Aufschluss-Sonderband
75 nach Püchersreuth verlegt, was sicher nicht richtig ist, auch wenn
sich diese Angabe in späteren Arbeiten wiederholt. Ich habe den Versuch
unternommen, diesen Knoten zu entwirren und bin für jeden weiteren
Hinweis dankbar.
Der Fundort "Auf der Wacht" am Waldrand - östlich des Aussiedler-Hofes nahe Wildenau lieferte neben Turmalin (Schörl), reichlich Muskovit, schöne, gelbgrüne Beryllkristalle (bis fingerdick), Funde bis in die 60-er Jahre (sogar VFMG-Sommertagungs-Exkursion war 1957 dort !). Das Vorkommen wurde im Rahmen von Feldspat-Aufsuchungsarbeiten kurz nach dem 2. Weltkrieg angegangen. E. KECK beschreibt diesen Fundort 1961 im Aufschluss. Heute ist der Fundpunkt nicht mehr zugänglich (verschüttet und überwachsen). Die Grube "Lindner" ist nur ca. 1,5 km entfernt, liegt dicht (nördlich) an der Straße etwa in der Mitte zwischen Wildenau und Plößberg. Der noch sichtbare Tagebau-Trichter wird (mit Bauschutt, Feldsteinen usw.) jährlich immer weiter zugeschüttet und wird irgendwann ganz verschwunden sein. Die Grube Lindner, wohl um die Jahrundertwende angelegt (erste ? Nennung bei GLUGLER 1905), lieferte bis zu armlange Turmalin- und Beryllkristalle, aber auch seltene Phosphatmineralien wie Rockbridgeit, Strengit, Beraunit usw. also ähnlich Hagendorf-Süd. Adolf SCHOLZ beschreibt um 1924 die Funde eingehend. Wohl um 1944 (H. STRUNZ schreibt 1954: "vor ca. 10 Jahren stillgelegt") wurde diese Grube aufgelassen. In der Nachkriegszeit wurde das gleiche Vorkommen neu angegangen, wenn man alten Karten traunen darf wohl an der gleichen Stelle, maximal ca. 50 Meter nordöstlich der alten Grube (und das ist der heute noch sichtbare Tagebau-Trichter). Die Funde hier sollen aber spärlicher gewesen sein, derzeit bestehen keine Fundmöglichkeiten im Tagebau-Trichter mehr. PUSEL und REICHENBERGER berichten von Beryll-Funden (1986) auf dem Acker westlich des Ödberg-Vorkommens. Beim Bau der Erdgasleitung wurde 1987 von Martin Füßl reichlich Beryll gefunden. Eine Beryll-Kristallgruppe mit 5 cm Durchmesser bei 10 cm Länge war wohl der beste Fund.
Das Vorkommen von Korund-Sillimanit-Hercynit-Fels im Pointholz ist im
Aufschluss-Sonderband 1975 mit Karte genau beschrieben. Die Bezeichnung
"Pointholz" würde übrigens wenig weiterhelfen, da der gesamte
Waldstreifen nördlich der Verbindungsstraße zwischen Wildenau
und Plößberg diesen Namen (auch "Wildenauer-Holz") trägt.
Die Korund-Sillimanit-Fels Fundstelle liegt in einem dicht bestockten Waldgebiet,
Funde sind sehr spärlich - wenn überhaupt noch möglich.
Dieser Fels ist recht zäh, auffallend schwer und im Gegensatz zu den
hier zu findenden Gneisarten nicht lagig strukturiert.
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Schöne Sillimanit-ähnliche Büschel von Muskovit von
der Fundstelle Pointholz bei Plößberg. Bildbreite 6 cm.
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Einheimischen Sammlern sind weitere Fundpunkte in diesem Gebeit bekannt: Mineralbildungen, die zunächst für Sillimanit gehalten wurden erwiesen sich als faseriger Muskovit mit eigelagertem Quarz (Analyse: Prof. Dr. H. Dill, 2004). Diese Bildungen finden sich in der Kontaktzone von kleinen Aplit-Pegmaitgängen mit dem Gneis und Granit etwa 500 Meter nördlich der bekannten Korund-Fels Fundstelle im Pointholz.
Längere Zeit bekannt ist auch der Turmalin-Fels von Plößberg,
ein Gestein, das zu mehr als der Hälfte aus Schörl besteht. VIERLING
weist im VFMG-Sonderband 1957 schon darauf hin. Immer noch wird der Turmalin-Fels
in den Lesesteinen nordöstlich der Lindner-Grube (Lesesteinhaufen
am Waldrand) gefunden. Die Turmalinkristalle sind kleinkristallin (bis
ca. 2 cm), manchmal nadelig und selten sogar in winzigen Hohlräumen
frei gewachsen. Unter dem Mirkoskop erscheinen die Kriställchen öfters
braun durchscheinend. Wohl die Suche nach Beryll im Umfeld der Grube Lindner
am Ödberg hat in jüngerer Zeit zu weiteren Mineralfunden geführt.
Zahlreiche cm bis m-mächtige Quarzgänge durchschwärmen
hier den Gneis. Darin wurden neben metallischem Hämatit auch Pyromorphit
(Grünbleierz-Kristalle) bis ca. 3 mm Größe gefunden. Das
primäre Bleimineral konnte bislang noch nicht aufgefunden werden.
Der alte, in früheren Karten eingezeichnete kleine Steinbruch im Wildenauer-Holz
nordwestlich der Lindner-Grube zeigt übrigens nur Quarz in einem mehrere
Meter mächtigen Gang, also keine weiteren Mineralien.
Literatur:
W. Pusel, A. Reichenberger, "Mineralienführer
nördliche Oberpfalz", Eigenverlag, Pleystein, 1986
H. Strunz, A. Forster, C. Tennyson ,"Die Pegmatite
der nördlichen Oberpfalz",, Der Aufschluss Sonderband 26, S. 117-189,
Heidelberg 1975
A. Scholz, "Untersuchungen über die Mineralführung
und Mineralgenese der bayerischen Pegamtite", Regensburg 1924
W.Vierling, ., "Die Pegmatite der Oberpfalz",
Oberpfälzer Heimat, Band 17, 1973, S.45-57
P. Glungler "Das Eruptivgebiet zwischen Weiden
und Tirschereuth und seine kristalline Umgebung", Separat-Druck aus dem
Sitzungsbericht der mathem.-phys. Klasse der Kgl. Bayer. Akademie der Wissenschaften
35, München 1905