
(X) (Y3) (Z6) Si6O18 (BO3)3 (V3) (W)
| Elbait | Na(Li1.5 Al1.5)Al6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Schörl | NaFe2+3Al6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Dravit | NaMg3Al6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Olenit | NaAl3Al6Si6O18(BO3)3(O)3(OH) |
| Chromdravit | NaMg3Cr6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Buergerit | NaFe3+3Al6Si6O18(BO3)3(O)3F |
| Povondrait | NaFe3+3Fe3+4Mg2Si6O18(BO3)3(OH)3O |
| Vanadiumdravit | NaMg3V6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Liddicoatit | Ca(Li2Al)Al6Si6O18(BO3)3(OH)3F |
| Uvit | CaMg3(MgAl5)Si6O18(BO3)3(OH)3F |
| Feruvit | CaFe2+3(MgAl5)Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Rossmanit | (LiAl2)Al6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Foitit | (Fe2+2Al)Al6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
| Magnesiofoitit | (Mg2Al)Al6Si6O18(BO3)3(OH)3(OH) |
Viele Sammler (und Edelsteinliebhaber) unterscheiden Turmalin nur
nach
der Farbe, dafür haben sich auch folgende Bezeichnungen
(Handelsnamen)
eingebürgert:
| Schörl "gemeiner Turmalin" |
schwarz |
| Achroit | farblos, weiß |
| Rubellit | rot |
| Verdelith | grün |
| Indigolith | blau |
| Dravit | braun |
| Sibirit | violett |
| Elbait | blau-grün-rot |
| Uvit | braun-schwarz |
| Paraiba-Turmalin | blau-grün |
| Skoryl | gelb-grün-schwarz |
Strukturell gehört Turmalin zu den Ring- oder Cyclo- Silikaten. In den Ringsilikaten sind die [SiO4]-Tetraeder über zwei der vier Ecken so verknüpft, daß letztendlich Ringe unterschiedlicher Größe entstehen. Beim Turmalin sind es Sechserringe. Dabei sind die einzlnen Ringe nicht über gemeinsame O2--Ionen, sondern nur über Kationen verbunden. Turmalin kristallisiert ditrigonal-pyramidal, hemimorph. Die Kristalle sind vom Habitus her prismatisch (drei- und sechsseitige Prismen), längsgesteift, gedrungen bis nadelig und oben und unten von Rhomboeder-Flächen begrenzt ("Endflächen").
Turmalin ist nach seiner kennzeichnenden pneumatolytischen Bildung ein ausgesprochenes Pegmatitmineral, jedoch aus in den Graniten und als Kontaktmineral in den Nebengesteinen. Die größten bekannten Turmalinkristalle sind bis zu 3x1 Meter groß. In der Oberpfalz, im Fichtelgebirge und in Bayerischen Wald ist Schörl weit verbreitet. Dabei fällt auf, daß in den älteren (Meta-) Pegmatiten und in den Phosphatpegmatiten Turmalin (fast) fehlt, dafür aber teilweise Granat auftritt, in den kleineren (und wohl jüngeren) Pegmatiten und pegmatitischen "Schlieren" im Gneis und Granit jedoch Schörl in z.T. recht schönen Exemplaren häufig. Nahe des Pegmatitvorkommens von Beidl (das über 20 cm lange Schörl-Kristalle lieferte) konnte man in den 70-er Jahren eine Turmalinkluft im Granit öffnen und auf über 10 Meter verfolgen. Diese ist (laut pers. Mitteilung von Prof. Hugo Strunz) wohl auf Bor-haltige Exhalationen im Gefolge der Pegmatitbildung zurückzuführen (und wohl gar nicht so selten). Nahe Wildenau bei Plößberg in der Oberpfalz tritt an einer Stelle Turmalin in dichten Massen ("Turmalinfels") auf, teilweise mit mm-kleinen, braun durchscheinenden Kriställchen in den seltenen Hohlräumen.
Zur Zeit laufen (TU Berlin) Forschungsvorhaben, wobei Turmalin als petrogenetischer Indikator für Fluid-Gestein-Wechselwirkung dienen soll.
Turmalin in meiner Mineraliensammlung ist vielfältig
vertreten.
Hinten links ein (12 cm Durchmesser) großer gedrungener
Dravit-Kristall
aus Australien, rechts davor roter Rubellit,
links vorne grüner, nadeliger Turmalin auf
Feldspat-Kristallen,
daneben ein bleistiftdicker grüner Kristall in einem großen
Feldspat-Kristall eingewachsen. Eine faustgroße Stufe mit fingerdicken
grünen Turmalin-Kristallen, in Quarz eingewachsen ist nicht
auf
dem Bild. In der rechten Hälfte des Bildes dagegen ist Schörl
aus verschiedenen Fundorten (Oberpfalz: Miesbrunn, Beidl, Wildenau
u.a),
aus Epprechtstein, aus dem bayerischen Wald und von anderen Fundorten
zu
sehen. Nicht mit auf dem Bild ist ein blaugrüner
Paraiba-Einzelkristall
und ein zonar aufgebauter "Tricolor"-Turmalin
(schwarz-grün-rot) mit guten Endflächen und Schörl
Neufunde
vom Autbahnbau (A93) bei Groschlattengrün.