Für die Ortsumgehung Neustadt /WN wird seit Mai 2003 zur Verlegung der StStr. 2172 der sog. Mühlbergtunnel mit einer Länge von Länge: 0,395 km und einem Querschnitt von 10,5 m2 gegraben. Aufgefahren wurde der Tunnel dabei in zwei Phasen, wobei das Gebirge von West nach Ost durchbrochen wurde. In der ersten Periode (Mai-November 2003) wurde mit geringerem Querschnitt durchstochen, danach auf die notwendige Tiefe erweitert. Fertigstellung soll Juni 2005 sein. Der Aushub landete komplett auf der West-Seite (Autobahn) und dient hier zu Damm-Schüttungen und zur Gelände-Profilierung. Auf diesen "Halden" wurden die nachfolgend beschriebenen Mineralfunde gemacht. Am Ost-Portal des Tunnels (Naabtal) schließt ein größeres Brückenbauwerk an deswegen konnte hier kein Tunnelgestein herausgefahren werden.Die Masse des Tunnels wurde im Jahr 2003 ausgebrochen. Aufgrund der sehr trockenen Witterung im Sommer war das mit Schlamm und Betonstaub überzogene Material nach Mineralien nur schwer und wenig erfolgreich zu durchsuchen. An Gesteinen zeigte sich ein Amphibolit, Gneis und Metapegmatit. Alle diese Gesteine sind von mm bis dm -mächtigen Quarzgänchen durchzogen, in denen sich die Mehrzahl der nachfolgend genannten Mineralien fanden.
Noch stehen einige Untersuchungen aus, die nachfolgende Liste ist also sicher unvollständig. Unsichere Bestimmungen sind mit einem Fragezeichen gekennzeichnet.
Insgesamt ist bemerkenswert, dass die Tunnelmineralien an ein recht vollständiges Bild der in diesem Raum schon bekannten Mineralisationen geben. Die Analogie zu den Vorkommen von Menzlhof und Obersdorf ist frappierend, obwohl Metapegmatit beim Tunnelbau sehr untergeordnet vorkam. Lediglich die Sekundär-Mineralparagenese in der vererzten Quarzgängen der Grube Wilma war deutlich reichhaltiger.
- Aktinolith
Nadelige bis strahlige Kristalle, häufig in Calcit eingewachsen, schwarzgrün
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- Albit (?)
Weiße bis klare Kriställchen, auf und mit Quarz xx, häufig auf den Klüften. Es kann sich bei den Kriställchen aber auch um Mikroklin handeln.
- Allanit
Braune nadelige bis stengelige Kristalle bis wenige mm groß, auf den Quarz-Klüften
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- Almandin (?) Granat
Bis ca. 2 cm große Kristalle im Metapagmatit, die rötliche Farbvariante des hier gefundenen Granat wird für Almandin gehalten
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- Anatas
Stahlblaue Kristalle, i.d.R. tafelig und unter 1 mm groß, stark glänzend
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- Berthierit
Tiefschwarz, stark glänzend, nadelig, in Calcit eingewachsen, mehrere mm lang
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- Brookit (?)
- Calcit
In bestimmten Bereichen als Kluftfüllung häufig, selten jedoch gute Kristalle
- Chabasit
In der Zeolith-Paragenese in den typischen, würfelähnlichen Kristallen
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- Chlorit
Auf den Quarz-xx Klüften allgegenwärtig, typisch graugrün, kugelig, schuppig
- Galenit (Bleiglanz)
Zusammen mit Zinkblende und Kupferkies, häufig mit diesen Mineralien eng verwachsen, Krisalle selten und diese erscheinen oberflächlich angegriffen
- Hämatit
Plattige metallisch schwarze Kristalle mit Chlorit in Quarz-xx Klüften
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- Hydromagnesit (?)
Typisch spitz zulaufende Täfelchen, ähnlich Winklarn, in Zeolith-Paragenese
- Klinozoisit
Strahlig-garbenartig, z.T. innig mit Calcit verwachsen auf Kluftflächen, beige-bräunlich, mehrere cm lange Garben
- Kupferkies
Auf Quarzklüften zusammen mit Zinkblende und Bleiglanz, gerne innig mit diesen Mineralien verwachsen, Kristalle häufig undeutlich und mit rauher Oberfläche
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- Laumontit
In der Zeolith-Paragenese, typisch seidenglänzende mm-große linealartige Kriställchen
- Limonit
Als sekundäres Umwandlungsprodukt von Pyrit häufig, teils auch Pseudomorphosen von Limonit nach Pyrit xx
- Magnetkies
Kleine, 6-seitige Täfelchen, häufig in Calcit eingewachsen, xx bis ca. 4 mm
- Mikroklin (?)
Bei den häufig auftretenden klaren bis weißen Feldspat-Kriställchen auf den Klüften kann es sich auch um Mikroklin oder Albit handeln.
- Muskovit
Im Metapegmatit häufig, Plattig bis ca 8 cm Durchmesser
- Prehnit
Fand sich besonders zu Beginn der Bauphase im Amphibolit, sattelartig gekrümmte, parallel verwachsene Kristalle, weiß bis gelb-grünlich
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- Pyrit
Typisch goldgelb-glänzende Kriställchen oder Kluftbeläge, häufig Würfel, Oktaeder und Kubooktaederform
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- Pyromorphit (?)
- Quarz
Bis mehrere cm große, z.T. recht schöne Bergkristalle, jedoch auch nadelig. Massive Quarzgänge (bis Dezimeter mächtig) sind meistens mineral-leer
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- Rutil (?)
- Siderit
Sowohl kugelig nierig, wie auch in gedrungenen und nadeligen Kristallen. In Quarzklüften.
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- Spessartin (?) Granat
Die zweite (schwarze) Granat-Variante könnte dem Spessartin näher stehen. Recht ähnliche Granat-Kristalle fanden sich in den Metapegmatiten Wilma (zwischen Wendersreuth und Obersdorf) und Gertrude (bei Menzlhof) unweit des Mühlberg-Tunnels. Am Rand von Granatkristallen sind -ähnlich wie in den genannten Metapegmatiten- Pritkristalle oder Pyritüberzüge zu finden.
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- Titanit
Kleine flächenreiche bräunliche Kristalle neben Anatas. Vereinzelt zeigen die Anatas-Kriställchen blaue Spitzen. Es könnte sich dabei um eine beginnende Pseudomorphose von Titanit nach Anatas handeln.
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- Torbernit
- Tremolit (?)
- Zinkblende (Sphalerit)
Bestens ausgebildete Kristalle bis ca. 1/2 cm, aber auch massive "Massen", häufig auf Quarzklüften im Gneis, vergesellschaftet mit Bleiglanz und Kupferkies. Sehr ähnlich dem Vorkommen der Grube Wilma.
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