Im Rahmen der VFMG-Sommertagung 1975 in Amberg wurde gemeinsam mit der US-Lagerverwaltung, (die Fundstelle liegt innerhalb des von den Amerikanern genutzten Truppenübungsplatzes) ein derart großer Flurschaden, mit entsprechender Gefahr für Mensch und Tier festgestellt, daß kurzerhand richtigerweise jede Sammeltätigkeit, ja sogar das Betreten des Geländes verboten wurde. Das haben die Amerikaner dann mit (bewaffneten) Wachposten recht resolut durchgesetzt. Grund waren die von einigen "Sammlern" nicht mehr verfüllten (bis 5m tiefen !) Löcher, Sprengungen und natürlich die Zerstörung des Waldes dort.
Seit dieser Zeit war ich auch nicht mehr an dieser Fundstelle, habe mir jedoch sagen lassen, daß nach wie vor das Betreten des Areals verboten ist, wenngleich die Bewachung wohl etwas nachgelassen hat. Fundaussichten sind derzeit nicht gegeben.
Auf
jeder regionalen Mineralienbörse sehen wir heute immer noch Tanzflecker
Grünbleierz,
wenngleich
die Stücke immer kleiner, die Preise aber immer größer
werden. Die in den Klüften des Keupersandsteines auf Spalten gebildeten
Kristall-Tapeten zeigen bis zu 1 cm große gelbgrün bis grasgrün
gefärbte prismatische Kristalle. Manchmal sind diese tonnenförmig
gewölbt ("Emser Tönnchen") oder zeigen zu den Enden hin hellere
Färbung. Früher waren - selbst ohne Grabung immer Belegstücke
zu finden. Etwas nördlich dieses Fundortes bestand (auf alten Landkarten
eingezeichnet) vor dem Weltkrieg eine Bleierzgrube, die jedoch ebenfalls
nicht mehr zugänglich ist.
Erstaunlicherweise wurde hier neben Pyromorphit kein weiteres Mineral gefunden. Südöstlich Freihung (Halden eines Bleibergwerkes im Sandstein), also nur wenige km entfernt kam dagegen nur Cerussit, aber kein Pyromorphit zutage.
Literatur:
Ziehr H und Jacubec F. "Die Erzmineralien von
Freihung und Wollau (Oberpfalz) und die Spurenelemente in Bleiglanz und
Cerussit" in "Der Aufschluss" 26, Sonderband Oberpfalz, S 307-316, Heidelberg
1975
Weber Berthold, "Mineralfundstellen unserer Heimat",
ISBN 3-922486-07X, Verlag Papier-Weber, Weiden 1976 und 1982