
Wirtschaftlich ist Antimonit als wichtigstes Antimon-Erz von Bedeutung. Die Welt-Jahresproduktion von Antimon schwankt zwischen ca. 50.000t und 100.000t. Antimon ist aufgrund seiner technischen Verwendung in unserer Umwelt häufiger vertreten, als man gemeinhin glauben könnte. Dabei sind bestimmte Antimonverbindungen (etwa Antimonwasserstoff) sogar noch giftiger als Arsenik, also hoch toxisch. Die Verwendung von Sb-Verbindungen als Flammschutzmittel, als Blei-Antimon-Legierung in Akkumulatoren, in der Kunststoffindustie (Katalysator) und in vielen anderen Anwendungen hat einen bedeutenden Umwelt-Eintrag gebracht. Dabei sind die physiologischen Wirkungen heute - im Gegensatz zu Arsen - viel zu wenig untersucht.
Die physikalischen Eigenschaften von Antimonit sind nicht weltbewegend. Bei einer Dichte von etwa 4,6 bis 4,7 einer geringen Härte von 2 (Mohs), einem Schmelzpunkt von nur 550°, ähnelt Stibnit dem selteneren Bismuthinit und einigen anderen Erzmineralien. Neben der oben erwähnten Streifung, der Verwitterung zu Antimonocker (=Stibiconit), der Mineralparagenese und der Kristallform kann Antimonit auch an gedrehten oder leicht parallel b-Achse verbogenen Kristallen erkannt werden.
Die Entstehung von Antimonit ist vorwiegend hydrothermal, vermutlich bei niederigeren Temperaturen. Die Gold-Antimon-Quarzgänge, etwa bei Goldkronach/Brandholz im Fichtelgebirge lieferten früher als einziges heimisches Vorkommen schöne Kristalle. Weltweit sind viele berühmte Vorkommen zu nennen, so etwa Stolice (Jugoslawien) bis 1m große Kristalle, auch sehr große Kristalle von Schinokawa (Japan), Pribram (Tschechien), Schlaining (Österreich) und neuerdings kommen auch sehr schöne Exemplare aus China zu uns.
Natürlich ist auch dieses Mineral in meiner Sammlung von einigen Fundorten vertreten. Ein 20 cm Kristall, leicht oberflächlich in Antimonocker umgewandelt, mit Baryt-Kristall kommt aus Hunan/China, eine schöne Stufe aus Poiana Botizii Rumänien und eine Super-Stufe (20 cm Kristallbündel) aus Hunan/China. Einige kleinere Exemplare, teiweise mit schönen Paragenesen (Quarz, Dolomit, Zinnober u.a.) runden meine "Antimonit-Sammlung" ab: Ein 5 cm Kristallbündel mit leichten Anlauffarben kommt von der klassischen Fundstelle Herja/Rumänien, eine Pseudomorphose von Stibiconit nach Antimonit aus Xikuangsha/Hunan/China, schöne kleine Antimonit-Kristalle mit Zinnober-Kristallen aus Nikitovka/Rußland, derb, massig aus Guatemala und zwei schöne Kleinstufen (bis 2 cm Kristalle) aus Baiuz/Rumänien.