
Zur Namensgebung von Redwtizit:
Dieses Gestein wurde bekanntlich von E. Weinschenk, einem berühmten
bayerischen Mineralogen und Gesteinskundler nach der Stadt Marktredwitz
(ca. 40 km nördlich von Weiden) benannt. Das hatte aber eine Vorgeschichte,
die ich (in Anlehungen an einen Bericht von A. Bayer, Uni
Erlangen und F. Müller, Wunsiedel) wie folgt berichten möchte.
In Marktredwitz lebte zu jener Zeit der Mineraliensammler Oskar Gebhardt,
der mit E. Weinschenk befreundet war. Gebhardt hatte in seiner sehenswerten
Sammlung einige Stücke Basalt mit Olivin, die offenbar den Gefallen
von Weinschenk gefunden hatten. Am 10. Januar 1916 schrieb Weinschenke
eine Karte an Gebhardt mit dem Text: "Sehr geehrter Herr Gebhardt! Ich
schlage Ihnen ein Tauschgeschäft vor! Ich benenne ein sehr wichtiges
und interessantes Gestein "Redwitzit" (nicht Wundiedelit!) und bekomme
dafür für meine Sammlung die schönen Stücke Basalt
mit Olivinbomben von Brand. Freundlichste Grüße Ihr ergebener
E. Weinschenk". Nun, das Gestein wurde Redwitzit benannt...
Zu diesem Pracht-Exemplar:
Mein Redwitzit kommt nicht aus (der Umgebung) von Marktredwitz sondern
(einige km östlich von Vohenstrauß) aus der Gegend Braunetsrieth/Burgtreswitz.
Redwitzite sind in ihrem Auftreten an Lokalitäten gebunden, an welchen
vormals präkambrische bis kambrische Marmore vorhanden sein mußten.
Genau das ist auch für den Raum Vohenstrauß-Pleystein gegeben,
denke man nur an die (zahlreichen) Kalksilikat-Vorkommen, von denen Pleystein-Gsteinach
das bekannteste bildet.