Quarz in Berthold's Mineralien-Sammlung:



Etwa 12,5% der Erdkruste bestehet aus Quarz. Auch Kieselsteine und viele Sande bestehen hauptsächlich aus Quarz. Dabei ist Quarz als gesteinsbildendes Mineral in magmatischen, sedimentären und metamorphen Gesteinen zu finden. In Pegmatiten sind metergroße Kristalle (z. B. in Hagendorf, anzusehen im Stadtpark vom Pleystein) gefunden worden. Sogar ganze Berge (z.B. Kreuzberg in Pleystein) bestehen aus Quarz, und mächtige Quarzgänge (z.B. der Pfahl) sind keine Seltenheit.

Die technische Verwendung ist auch vielfältig und kann hier nur grob angerissen werden. An erster Stelle steht die Verwendung im Baugewerbe (Sand, Kies). Quarzsande dienen aber auch zur Herstellung von feuerfesten Formen, als keramischer Rohstoff, etwa für Glas oder andere Keramiken oder als Füllstoff in Farben und Putz. Das altbekannte "Sandpapier" (häufig ist diese Bezeichnung eine Remineszenz an frühere Zeiten, heute wird kaum noch Sand verwendet, jedoch das aus Quarz hergestellte SiC) nutzt die große Härte (7 nach Mohs) für Schleifzwecke. In Uhren und Computern finden wir Schwingquarze, in Feuerzeugen, Tintenstrahldruckern, Mikrofonen, Lautsprechern und anderen modernen Geräten hat man sich die piezoelektrischen Eigenschaften von Quarzkristallen zu Nutzen gemacht. Aber auch schon unsere Vorfahren nutzten Feuerstein (Klingen, Schaber, Pfeilspitzen..), und früher wie heute finden die schöngefärbten Quarz-Varietäten als Schmuckstein (Halbedelstein) großen Anklang. Aus Quarz wird heute das in der Computer-Chip-Industrie sehr rein benötigte Silizium gewonnen, die Grundsubstanz jedes Schaltkreises. Andererseits kann man (hydrothermal) Quarzkristalle heute auch synthetisch herstellen. Bei so erzeugten Kristallen ist die Fächen-Zuordnung schwer, typischerweise haben solche Kristalle einige "Hammerschlaglack-artige" Oberflächen und man sieht auch, wo der Kristall "aufgehängt" war. Künstliche Kristalle werden in der Elektronik-Industrie verwendet, wo es auf höchste Reinheit ankommt (z.B. Schwingquarze).

Meine Quarz Fotos: siehe <hier>
kurzprismatisch

Doppelender, kurzprismatisch.

Nur selten zeigen Quarzkristalle die einfache, scheinbar hexaogonale Form aus einem kurzen, 6-seitigen Prisma, abgeschlossen von zwei 6-seitigen Pyramiden. Tatsächlich kristallisiert Quarz im trigonalen System und das zeigt sich augenscheinlich besonders dann, wenn die Kristalle flächenreicher ausgebildet sind als hier. Sehr kurzprismatische Kristalle werden gerne als "Betaquarz" oder "Hochquarz" bezeichnet. Diese Bezeichnung ist für Sammlungsstücke nicht korrekt, da Hochquarz unter normalen Temperatur-Bedingungen nicht stabil ist und kurzprismatische Formen auch bei niedrigen Temperaturen (Tief-Quarz) kristallisieren können. In manchen Fällen (z.B. Quarz in Rhyolithen) ist die Kristallform von Hochquarz erhalten geblieben, die Struktur ist aber die von Tiefquarz.
langprismatisch

Abhängig von den Bildungsbedingungen (Temperatur, Lösungszusammensetzung) bildet Quarz auch langprismatische Kristalle. Im Unterschied zum Nadelquarz ist hier das Prisma mit {10-10} ausgebildet und nicht durch sehr steilen Rhomboederflächen ersetzt.
Nadelquarz
Muzo-Habitus
Cipò-Habitus

Extrem langprismatisch oder/und mit sehr steilen Rhomboederflächen ausgebildet ähneln Quarzkristalle manchmal Nadeln. In diesem Fall spricht man von Nadelquarz. Beim Muzo-Habitus zeigen die Kristalle einen eigentümlichen 3-eckigen Querschnitt und sind stark gestreift.
Tessiner-Habitus

Tessiner Habitus:

Von Tessiner Habitus (manchmal auch "alpiner Habitus" genannt) spricht man bei Quarzen, deren Kristallform von großen, steilen Rhomboederflächen oder/und häufigem Wechsel von steilen Rhomboedern mit Prismenflächen dominiert werden.
Rechtsquarz

Rechtsquarz:

In der Aufstellung mit Blick auf die hier größer gezeichnete Pyramiden-Fläche (10-11) erscheinen die kleinen (cyanblau gezeichneten) Flächen (11-21) und (51-61)  rechts.

Linksquarz


zu Rechtsquarz spiegelbildlich ausgebildet. Die in der Zeichnung oben orange markierte Fläche weist den Kristall hier als Linksquarz aus.

Dauphiné Habitus

nicht zu verwechseln mit dem Dauphiné-Zwilling. Eine Endfläche ist deutlich überproportional ausgebildet.
Binntal Habitus Ähnlich dem Tessiner-Habitus, aber viel dicker.
Würfelquarz Pseudokubische, also fastwürfelförmige Kristalle. Die Ecken-Winkel betragen aber nicht 90° sondern 85.2° und 94.8°
Japaner-Zwillinge
Verzwillingung nach (11-22). Unter den Zwillingsgesetzen, nach denen Quarzkristalle Zwillinge bilden, ist eines besonders bemerkenswert: Das  Japanergesetz, auch als "La Gardette"-Zwillingsgesetz bekannt. Es lagern sich hiebei zwei Individuen fast unter einem rechten Winkel aneinander. Die Bildungsbedingungen, welche zu dieser Verzwillingung führen, scheinen jedoch außerordentlich selten zusammenzutreffen. Erstmals als Zwillinge erkannt wurden solche Quarze aus dem  La Gardette-Gebiet von WEISS (1829), daher auch "Weiss-Zwillingsgesetz". Das erste klassische Vorkommen dieser Zwillingsformen von Quarz beschrieb seinerzeit RATH, es liegt in Japan in der Provinz Kai. Die Bezeichnung "Japaner-Zwilling" wurde aber erst von V. Goldschmidt (1905a) eingeführt. Bei Hochquarz nennt man das Zillingsgesetz Verespatak. Japaner-Zwillinge, also fast rechtwinklig (84°30') verzwillingte Kristalle sind auch aus NO-Bayern bekannt von der Acherwiese (Fichtelgebirge), Göpfersgrün/Johanneszeche, Waldstein/Fichtelgebirge und von der Fürstenzeche/Lam (Bayerischer Wald) <Bild>
Dauphinéer-Zwilling Das Dauphinéer-Gesetz bezeichnet zwei um die z-Achse um 60 Grad gedrehte Kristalle durchdringen sich (immer nur re-re, li-li) gegenseitig (auch Schweizer- oder alpines Zwillingsgesetz genannt). Die  pyro- und piezoelektrischen Effekte der beiden Kristallindividuen heben sich dabei gegenseitig auf. Dauphinée-Zwillinge sind daher für die meisten technischen Anwendungen (z.B. als Schwingquarz) ungeeignet.
Brasilianer-Zwillinge



Das Brasilianer-Gesetz:
Je ein Rechts- und Linksquarz durchdringen sich bei gleicher z-Achse, deswegen
auch Ergänzungszwillinge genannt. Im Bild rechts wird diese Art der Zwillingsbildung durch die beiden kleinen trapezförmigen (leicht spiegelnden bzw. orange gezeichneten) Flächen in der Kristallspitze deutlich.
Liebisch-Zwilling Nach dem Liebisch-Gesetz (auch "Combined Law" bzw.  kombiniertes Gesetz genannt) durchdringen sich ein Rechts- und ein Linkskristall in verschiedener Stellung. Der Drehsinn der beiden Individuen ist entgegengesetzt: R'L,L'R. Rechts-Links-Zwillingsbildungen treten meist komplex auf, so dass zwischen Brasilianer- und Liebisch-Gesetz nicht unterschieden werden kann.
Esterel-Zwilling
Reichenstein-
Grieserntal-Zwilling
Verzwillingung nach (1 0 –1 1) zeigte einen Winkel von 76°26' zwischen den c-Achsen, häufigstes Zwillingsgesetz  mit gewinkelten c-Achsen bei Hochquarz. Dieses und die nachfolgenden "Zwillinge" wurden (und werden) verschiedentlich auch als "unechte" Zwillinge oder als "Pseudeo"-Zwillinge bezeichnet. Vereinzelt wird sogar die Bezeichnung "Zwilling" abgelehnt, es handele sich um epitaktische, genauer homoepitaktische Verwachsung.
Sardinien-Zwilling Verzwillingung nach (1 0 –1 2) zeit einen Winkel von 64°50' zwischen den c-Achsen, auch Sella-Zwilling genannt
Belodwa Beacon-Zwilling Verzwillingung nach (30 –3 2) es zeigt sich ein Winkel von etwa 56° zwischen den c-Achsen
Cornish-Zwilling
Cornwall-Zwilling
Cornouallies-Zwilling
Verzwillingung nach (2 0 –2 1) es zeigt sich ein Winkel von 42.58° zwischen den c-Achsen
Wheal Coats-Zwilling Verzwillingung nach (2 1 –3 1) die c-Achsen zeigen einen Winkel von ca.  33,5°
Pierre Levee-Zwilling Verzwillingung nach (2 1 –3 3)
Samshvildo-Zwilling
Breithaupt-Zwilling
Zwickau-Zwilling
Verzillingung mach (11-21) die c-Achsen zeigen einen Winkeln von 48°54'
Disentis-Zwilling
Friedel-Zwilling

Goldschmidt-Zwilling
Verzwillingung nach (10-11), gefunden von Goldschmidt 1905
Zinnwald-Zwilling

Seedorf-I-Zwilling
Seedorf-II-Zwilling

Tiflis-Zwilling

Zyndel-A-Zwilling
Zyndel-L-Zwilling

Szepter-Quarz

fast doppelendiger Kristall sitzt auf schmälerem Prisma auf, seltener. Hier ein eher lanprismatischer Kristall.
Fadenquarz

Ein Fadenquarz entsteht, wenn während des Kristallwachstums ein Kluftriss auftritt und den Kristall auseinander reißt. Während des Öffnens der Kluft wächst der Kristall von beiden Seiten des Risses aus wieder zusammen. Der Riss selbst bleibt als dünner „Faden“ im Kristall sichtbar.
Skelettquarz
Rahmenquarz
Bei schnellem Kristallwachstum in übersättigten Lösungen erfolgt das Wachstum besonders entlang der Kristallkanten und Ecken. Es bilden sich rahmenartig hervorgehobene Kanten um tiefer gelegene Kristallflächen (Rahmenquarz). Mitunter wachsen diese tiefer liegenden Kristallflächen von den hervorstehenden Kanten her wieder zu, wobei sich dünne Quarzscheiben über einem Hohlraum bilden (echte Fensterquarze).
Fensterquarz
Fensterquarze Quarze mit übereiltem Kantenwachstum bei nicht vollständiger Ausfüllung der Flächen die das "Fenster" darstellen. 
Gwindel
Gwindel sind nach der a-Achse oder (seltener b-Achse) gedrehte oder gewundene Quarze. Sie zweigen typischerweise einen mehr oder weniger plattigen Habitus. Die Ursache der Verdrehung ist unbekannt.
Kappenquarz
Als Kappenquarze werden Quarze bezeichnet deren Spitze kappenartige abzuheben ist. Diese Besonderheit kommt durch die schichtige Einlagerung von (trennenden) Mineralien wie Glimmer oder Kaolin zustande. Typische Vorkommen von Kappenquarzen sind Pegmatite (etwa Hagendorf-Süd und Hagendorf-Nord)
Sprossquarz

Diese Bezeichnung wird für verschiedene Erscheinungen gebraucht: Einmal für Quarz-Aggregate in Form von Babylon- oder Artischockenquarz, zweitens für im Pegmatit eingesprosste Riesenquarze (z.B. in Hagendorf auch als Kappenquarze bekannt). Die zweite Bedeutung geht auf eine Benennung durch SCHMIDT, H. (1955) zurück.
Friedlaender Quarz
Quarzkristalle mit starker Flächenstreifung auf den Flächen des sechsseitigen Prismas (10-10) quer zur kristallographischen c-Achse bzw. zum Prisma. Benannt nach dem Schweizer Geologen Carl Gotthelf Immanuel Friedländer (1905-1991)
Gitterquarz

Es gibt verschiedene Gründe wann Quarz Gitterstrukturen bilden kann. Häufigste Ursache ist Epitaxie auf/in Feldspat (Schriftgranit). Wird der Feldspat weggelöst bleiben Gitterstrukturen - manchmal auch scheinbare Japaner-Zwillinge - zurück.
Sternquarz

Sternförmig, von einem Punkt ausgehende Quarz-Kristallaggregate, z.B. recht schön bekannt von der Johanneszeche bei Göpfersgrün im Fichtelgebirge
Bambauer Quarz
Lamellenquarz

Quarze mit fachwerkartigem Lamellenbau, welche typischerweise schnell aus stark übersättigten hydrothermalen Lösungen kristallisiert sind.

Babylon-Quarz
(Kathedralen-Quarz)

Die Aggregatform Babylon-Quarz (weniger verbreitet sind die Bezeichnungen Kathedralen-Quarz und Treppen-Quarz) kommt durch turm-/treppenartige Parallelverwachsung zustande. Die Bezeichnung Babylon-Quarz wurde von G. ROSE (1857) für derartige Kristalle aus England eingeführt.
Kaktusquarz
(Spirit Quarz)

In jüngerer Zeit wurden verstärkt sog. "Kaktusquarze" angeboten. Darunter versteht man Quarz-Aggregate mit lang gestreckten Mutterkristallen, deren Prismenflächen von kleinen kurzprismatischen Quarzkristallen einer zweiten Generation überzogen sind ("Kaktus"-Ausbildung). Bei violetten Exemplaren spricht man auch von "Kaktus-Amethyst". Viele und gute Exemplare kamen aus Boekenhouthoek, Provinz Mpumalanga (Ost-Transvaal), Republik Südafrika.
Ananasquartz
Erdbeerquarz

Artischockenquarz
Gemeiner Quarz

weiß-grau
Die häufigst zu findende Farbe ist ein schmutziger weiß-grauer Farbton, gegelgentlich auch gelblich, rötlich oder bräunlich. Diese relativ reine Quarzart erhält (wie Milchquarz) seine Farbe durch winzigste Gas- oder/und Flüssigkeitseinschlüsse. Eisenoxide (führen zu gelblichen, rötlichen oder bräunlichen Farben) und Manganmineralien sind öfters (teils aber auch nur oberflächlich) anzutreffen. Der Übergang zu Bergkristall, Rauchquarz und Amethyst ist fließend, z.B. ist oft die Spitze eines gemeinen Quarzkristalls klar (=Bergkristall) ausgebildet.
Bergkristall

wasserklar "reiner Quarz". Färbende oder trübende Einlagerungen oder Beimenungen fehlen ebenso wie Gitterfehler, die als Farbzentren wirken könnten. Manchmal auch als "Glasquarz" bezeichnet. Abgerollte Bergkristalle im  Kies des Rheins wurden füher zu Schmucksteinen verschliffen und als  "Rheinkiesel" bezeichnet. Heute verwendet man den Namen "Rheinkiesel" fälschlich als Handelsbezeichnung für geschliffenes, hochbrechendes Glas in Modeschmuck und gemeine (farbige) Quarze. Für technische Zwecke (z.B. Schwingquarze) aber auch für Schmuckzwecke werden heute sehr reine Quarze synthetisch im Labor hergestellt, die Bezeichnung "Bergkristall" ist für künstliche Produkte nicht angebracht.

Keine Diamanten: Für schöne kleine Bergkristalle haben sich wegen einer gewissen Ähnlichkeit zu Diamantkristallen an einigen Lokalitäten mineralogisch falsche Namen eingebürgert:
  • Sklaven-Diamanten
  • Patagonische-Diamanten
  • Paphos-Diamanten
  • Mexikanische-Diamanten
  • Marmorosch-Diamanten
  • Little Falls-Diamanten
  • Drôme Diamanten
  • Arkansas-Diamanten
  • Böhmische-Diamanten
  • Bornholmer-Diamanten
  • Bristoler-Diamanten
  • Hot Springs-Diamanten
  • Stolberger-Diamanten
  • Auerberg-Diamanten
  • Carrara-Diamanten
 
Rauchquarz

rauchgrau Farbursache ist häufig der Einbau von Al (am Si-Gitterplatz) oder / und natürliche oder künstliche Bestrahlung. In der Natur gerne in der Nähe von Uranmineralien. Handelsware ist häufig (mit Gammastrahlung) künstlich bestrahlt. Voraussetzung für die Färbung ist die Substitution von Si4+ durch Al3+ in den Tetraederpositionen im Quarz-Gitter wobei der  Ladungsausgleich typischerweise durch H+-, Li+- oder Na+-Ionen auf Zwischengitterplätzen erfolgt. Durch (spätere, natürliche oder künstliche) radioaktive Betrahlung kommt es zur Entfernung eines der beiden Elektronen aus einem  O2--Ion wobei ein H+-Ion dieses Elektron einfängt. So entsteht das lichtabsorbierende Al-O--Loch-Farbzentrum. Dieses so genannte Rauchquarzzentrum ist bis ca. 180° C stabil, bei höheren Temperaturen verblasst die Farbe.
Morion

schwarz Schwarzer Rauchquarz, Farbursache wie Rauchquarz, Handeslware ist sehr oft (künstlich) bestrahlt, in der Natur tritt Morion gerne in der Nähe von Uranmineralien auf.
Amethyst

violett Amethyst verdankt seine Farbe einem Gehalt von bis zu 0,1% Eisenionen. Es sind (vermutlich beim Kristallwachstum) im Quarz teilweise Fe3+-Ionen anstelle von Si4+-Atomen eingebaut worden. Diese Gitterfehler wirken als Farbzentren wenn sie durch radioaktive Bestahlung (z.B. aus natürlichen Quellen, etwa K-40) aktiviert  werden. Wechselweise lagig violett-weiß gebänderte Amethyste (nicht selten) werden mit dem Handelsnamen "Chevron-Amethyst" oder "Banded Amethyst" bezeichnet.

Amethyst aus dem Wölsendorfer Revier <hier>
Citrin
"Goldtopas"
"Salamanca-Topas"
"Maderia-Topas"
"Maderia-Citrin"
"Palmeira-Topas"

goldgelb bis braun
Häufig bei 450 Grad gebrannter Amethyst. Die im Amethyst im Kristallgitter eingelagerten Eisen-Ionen orginisieren sich bei hohen Temperaturen zu submikroskopischen Hämatitblättchen um, das dann dreiwertige Eisen macht die goldbraune Farbe. Es kommt in der Natur jedoch auch echter Citrin vor, die Farbursache dürfte ähnlich sein. Bei noch höheren Temperaturen (500 bis 575°C) geht die Amethystfarbe/Citrinfarbe in gelbbraune bis orange oder rötliche Farben über ("Madeira-Citrin“ auch "Madeira-Topas“ genannt). Im Foto links ist die Citrin-Spitze als
Madeira-Citrin zu bezeichnen.

Rosenquarz

rosa durch feinste Einschlüsse eine Dumortierit ähnlichen Minerals trüber, rosa gefärbter Quarz, gelegentlich mit Asterismus durch Einlagerung (feinster Rutilnadeln ?). Die Farbursache wurde von GOREVA et al. wie folgt untersucht: Roenquarz (von 29 verschiedenen Fundorten) wurde mittels heißer HF aufgelöst, der feinfaserige rosafarbige Rückstand wurde analysiert. In allen Fällen (Ausnahme Rosaquarz x - da gab es keinen Rückstand) wurde ein Dumortierit-ähnliches Mineral gefunden.
Rosaquarz

rosa
Rosenquarz bildet keine Kristalle. Rosa-farbene Quarzkristalle werden als "Rosa Quarz" oder "Rosaquarz" bezeichnet und sind sehr selten. Grund für die unterschiedliche Benennung ist einerseits die sicher andersartige Genes und die vermutlich abweichende Farbursache.
Blauquarz
(Saphirquarz)

blau Sammelname für durch verschiedene Einschlüsse blau gefärbte Quarze. Die Farbursache ist uneinheitlich und teilweise ungeklärt. Häufig wird die auf verschiedene Einlagerungen zurückgeführtt: Rutil, Zeolithe, Ilmenit, Zirkon, Dumortierit, Turmalin, und blauer Krokydolith werden genannt. Es ist aber auch Färbung durch F-Zentren oder Färbung durch den Tyndall-Effekt in der Diskussion. Bei Ausrichtung der Einlagerungen zeigt sich selten auch Asterismus.
Eisenkiesel

rot bis braun durch Eisenoxide, typischerweise Hämatit rot gefärbt

Eisenkiesel aus dem Wölsendorfer Revier <hier>
Aventurin-Quarz
(Glimmerquarz)
"Indische Jade"

grün Winzige Chrom-Glimmerplättchen geben dem Aventurin-Quarz seine Farbe und im Anschliff schillendes/gitzerndes Aussehen. Nicht verwechselt werden sollte der Aventurin-Quarz mit dem Aventurin-Feldspat, einen orange-roten (Oligoklas-Feldspat, Sonnenstein) Schmuckstein. Das durch die Glimmerplättchen verursachte Glitzern wird auch Aventureszenz genannt.
Milchquarz
("Schneequarz")
weiß häufig feinste Flüssigkeitseinschlüsse, Handelsname für sehr weiße Schmucksteine: Schneequarz
Prasem
("Lauchquarz")
("Smaragdquarz")
("Afrikanische Jade")

grünlich,
lauchgrün
durch Aktinolith / Hedenbergit gefärb, früher wurde die Bezeichnung für alle möglichen lauchgrünen Quarze verwendet. Weniger passend auch "Smaragdquarz" genannt. Die besten Stücke auf dem Markt stammen aus Serifos / Griechenland und  Rio Marina, Elba, Italien. Weiterhin sind Vorkommen in Marokko und Russland belannt.
Prasiolith
Grünquarz
Vermarin
lauchgrün
"Grüner Amethyst", Schmuckstein, durch geeigneten Brennvorgang ähnlich Citrin aus Amethyst hergestellt (aber Fe2+ nicht wie bei Citrin Fe3+ farbgebend), sehr selten auch natürlich vorkommend (z.B. Coos County, New Hamphsire).
Brasilit gelb-grünlich
Schmuckstein-Handelsbezeichnung für eine durch Brennen grünlich-gelb bis blassgelb gefärbten Quarz. Nicht zu verwechseln mit dem Mineral Brasilianit (chemisch  NaAl3(PO4)2(OH)4)
Lemon-Quarz
grüngelb
Schmuckstein-Handelsbezeichnung. Manche Rauchquarze zeigen nach einer Temperaturbehandlung bei ca. 140 bis 280° C derart  grüngelbe Farben. Handelsware ist praktisch immer behandelt, es soll aber auch natürlichen Lemon-Quarz geben. (Identisch mit Brasilit ?)
Ametrin
(Trystin)
(Bolivianit)
(Amecitrin)

zonar
violett/goldbraun

in Zonen -nicht einer Wachstumsfront folgend- abwechselnd violett (Amethyst) und goldbraun (Citrin) gefärbt, große Rarität. Manchmal auch "Bolivianit" genannt nach dem besten bekannten vorkommen, der  Anahí Mine in Bolivien. In geringer Menge und weniger guter Qualität ist natürlicher Ametrin nich aus Indien und Brasilien bekannt. Seit 1994 sind synthetische Fälschungen (hydrothermale Züchtung, Verfahren von Dr. Balistky) aus russischen Labors bekannt und besonders bei optisch hochwertigen großen geschliffenen Schmucksteinen auf dem Markt verbreitet. Sehr scharfe violett-gelb-Grenze, fehlende Gas- oder Flüssigkeitseinschlüsse und kräftige Farben sind Indizien für solche Synthesen. 
Ajoit-Bergkristall grün
(Phantome)

Ajoit, ein seltenes grünes Mineral mit der chem. Formel: (K,Na)Cu7AlSi9O24(OH)6·3H2O ist phantomartig im Bergkristall eingewachsen. Einziger bekannter Fundort ist die Musina Mine am Limpopo in Südafrika.
Rutilquarz
("Venushaarquarz")
("Thetishaarstein")

seiden-gold
Feinste Rutilnadeln (="Engelshaar", "Venushaar") im Quarz (Bergkristall oder Rauchquarz) eingewachsen geben einen seidigen, goldfarbigen Glanz. Die Rutilnadeln können wirr oder (z.B. durch epitaktische Aufwachsung auf Hämatit) ausgerichtet und von goldgelber bzw. seltener von roter, brauner oder schwarzer Farbe sein.
Rubinquarz
rotviolett
Quarz mit Lepidolith-Einlagerungen
Irisquarz
(Regenbogenquarz)
bunt schillernd
Irisierender Bergkristall. Das Farbenspiel wird durch dünne Lufthäutchen -entweder Einschlüsse oder feine Risse- an dem sich das Licht bricht, verursacht. Neuerdings wird diese Bezeichnung auch für künstlich bedampfte Quarze (z.B. "Rainbow Aura") verwendet.
Achat

mandelförmige Hohlräume, die lagenweise nach innen mit versch. gefärbten Quarz zugewachsen sind
Vielzahl von Unterarten (i.d.R. Handelsnamen und Sammlerbezeichnungen)
  • Uruguay-Achat
  • Lagenachat
  • Enhydros
  • Moosachat
  • Festungsachat
  • Mahrkammerachat
  • Bandachat
  • Feuerachat
  • Membranachat
  • Trümmerachat
  • Wolkenachat
  • Röhrenachat
  • Mikroachat
  • Onyx
  • Sardonyx
Chalcedon

Überbegriff für viele feinkristalline Varietäten, trüb, nierig-traubige (glaskopfartige) Oberfläche, weiß, grau, auch farbig, durchscheinend
Quarzin
Quarzin ist eine mikrokristalline faserige Gefügevarietät von Chalcedon, der längs der kristallografischen c-Achse faserig gewachsen ist. Die Fasern weisen eine Dicke von unter einem µm auf.
Karneol
"Rote Jade"

blutroter bis brauner Chalcedon ("Lebensstein". bis ca. 1900 überwiegend "Carneol" geschrieben). Schmucksteine sind nicht selten künstlich braun-rot gebeizter Chalcedon. Besonders wertvoll sind natürliche, im Durchlicht blutrote, im Auflicht schwarzrote erscheinende Steine.
Opal
Edelopal

Eigentlich kein Quarz, aber chamisch als wasserhaltiges Siliziumdioxid sehr ähnlich und in Übergängen vorhanden. Als eines der wenigen amorphen Minerale besteht Opal aus hydratisiertem Kieselgel mit der allgemeinen chemischen Zusammensetzung SiO2•nH2O. Der Wassergehalt beträgt meist zwischen vier und neun Prozent, kann aber maximal etwa 20% erreichen.
Vielzahl von Unterarten (i.d.R. Handelsnamen und Sammlerbezeichnungen)
  • Edelopal
    • Schwarzopal
    • Boulderopal
    • Weissopal (Heller Opal, light Opal, Jelly Opal)
  • Gemeiner Opal
  • Glasopal (Hyalit)
  • Feueropal
  • Holzopal
  • Andenopal
  • Chloropal
  • Geyserit
  • Jasopal
  • Halbopal
  • Milchopal
  • Yowah-Opal
  • Sherry Opal
  • Azules-Opal
  • Girasol-Opal
Sarder
brauner Chalcedon, ähnlich -und in Übergängen- zu Karneol. Auch "Sard" oder "Serdolik" genannt.
Chrysopras
"Afrikanische Jade"

Chalcedon mit Beimengungen eines nickelhaltigen Talkes (Kerolith, chem. Formel: (Mg,Ni)3[(OH)2|Si4O10] · H2O)  führen zu einer apfelgrüne bis smaragdgrünen Farbe. Der Stein ist gegen Hitze und Licht empfindlich (durch Wasserverlust vom Kerolith wird die Farbe blasser)  und sollte deswegen entsprechend gelagert werden. Leider sind auch schwer erkennbare Fälschungen (gefärbte Achate oder Chalcedone) im Umlauf.
Flint, Feuerstein kugelige Chalcedon-Konkretation, typischerweise weiß-grau, wenig Fremdmineraleinlagerungen
Jaspis
Hornstein
Silex
undurchsichtiger, stark gefärbter Chalcedon, bis zu 25% (färbende) Fremdmineraleinlagerung (diese häufig ungleich verteilt, deswegen gesprenkelt/gezeichnet, viele Unterarten (i. d. R. Handelsnamen, Schmuckstein- oder Sammlerbezeichnungen):
  • Landschaftsjaspis
  • Brekzien-Jaspis
  • Cappuchino-Jaspis
  • Silberblattjaspis
  • Ägyptischer Jaspis
  • Kugeljaspis
  • Nilkiesel
  • Bandjaspis
  • Dalmatinerjaspis
  • Revnev-Jaspis (Revnew-Jaspis)
  • Zebrajaspis
  • Ozean-Jaspis (Ocean-Jaspis)
  • Bilderjaspis
  • Picassojaspis
  • Turitella-Jaspis
  • Leoparden-Jaspis
  • Fossil-Jaspis
  • Mookait
  • Nunkirchner Jaspis
 
Tigerauge

Eine (teilweise) Pseudomorphose von Quarz nach Krokydolith. Im Tigerauge sind feine Fasern aus Hornblende (Krokydolith) parallel ausgerichtet. Diese Fasern erzeugen den besonderen Lichteffekt (Chatoyance). Manchmal (unnötiger Name) als "Goldquarz" bezeichnet, richtige Bezeichnung Quarz-Tigerauge. Manchmal wird auch Tigerauge mit Tigereisen bezeichnet/verwechselt. Tigereisen (auch "rotes Tigerauge") ist jedoch ein Gemenge aus Schichten von Jaspis, Haematit und Tigerauge und demzufolge dunkler-rotbraun
Falkenauge

ähnlich, aber seltener als Tiegerauge, und blau-schwarz-schillernd, ebenfalls eine (teilweise) Pseudomorphose von Quarz nach Hornblende. Richtige Bezeichnung Quarz-Falkenauge.
Quarz-Katzenauge
Quarz mit eingewachsenem, parallel angeordnetem Hornblende-Asbest (Amiant) - diese Faser führen zum Chatoyance-Effekt
Plasma

lauchgrüner bis schwarzgrüner Chalcedon / Jaspis, feinstkristallin oder feinstfaserig, undurchscheinend, durch Seladonit, Chlorit oder Amphibole gefärbt.
Heliotrop

lauchgrüner bis dunkelgrüner Chalcedon (Farbursache: siehe Plasma) mit roten Punkten (Farbursache Lepidokrokit-/ Hämatit-Einlagerungen). Esoterische Bezeichungen: "Hildegardjaspis", "Blutjaspis" und "Jesu-Stein"
Kieselholz
Holzstein
Palmholz

durch Si-haltige Lösungen versteinertes (verkieseltes) Holz

Besonderheiten / Exoten / Kuriositäten

Stinkquarz

Stinkquarz ist ein durch bituminöse Einschlüsse (auch Erdöl) schwarz gefärbter Quarz der beim Zerreiben eben nach diesen Einlagerung riecht.

Lechatelierit Lechatelierit ist amorph, zu 100% SiO2, welches sich als Einschluss aus der Schmelze in magmatischen Gesteinen findet. 
Fulgurit Mineral der "Blitzröhre", ein durch Blitzeinschlag in Sand oder Gesteinen durch Schmelzen oder Verschweißen entstandenes Gesteinsglas
Trinitit wie Flugurit geschmolzener Sand, jedoch durch den ersten Atombombentest bei Trinity Flats, White Sands, New Mexico, USA entstanden
Aqua aura Kunstprodukt, mit Metall bedampfte Quarze. Nach einem 2006 in den USA zum Patent angemeldeten Verfahren erhält Quarz im Vakuum bei 871 °C eine extrem dünne Goldschicht die zu einer azurblauen Farbe führt. Mitlerweile wird auch mit anderen Metallen (die zu anderen Färbungen führen) bedampft: "Rainbow Aura" (Titan und / oder Niob)
Laserquarz
obsolente Bezeichnung für (angeblich) nicht verzwillingte Bergkristalle, oder für langprismatische Bergkristalle. Hat mit "Laser" nichts zu tun denn Bergkistalle (klare Quarzkristalle) eignen sich nicht als Festkörperlaser (-Stab).
Paraiba-Quarz hydrothermal im Labor gezüchteter blaugrüner Quarz (Schmucksteine)
Bicolor-Quarz
hydrothermal im Labor gezüchteter mehrfarbiger Quarz (Schmucksteine)



doppelendiger, wasserklarer Bergkristall, Brasilien, 13 cm

Links