
Pyrit bildet vorzugsweise würfelige, oktaedrische und pentagondodekaedrische
("Pyritoeder") Kristalle. Verbreitet sind Kombinationen zwischen diesen
Grundformen, so daß recht flächenreiche Kristalle vorliegen
können. Auf den Würfelflächen zeigt sich gerne eine Streifung
parallell zu einer Kante, die durch den häufigen Wechsel von Pentagondodekaeder
und Würfel-Flächen zu erklären ist. Selten sind auch nadelige
Kristalle und etwas häufiger auch kugelige Kristall-Aggegate beobachtet
worden. Bei Muglhof/Oberpfalz fanden sich eigenartig
parallel (homoepitaktisch) verwachsene Kristalle.
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Die Dichte von Pyrit ist 5,0 bis 5,2, also recht schwer. Pyrit gibt
mit Feuerstein geschlagen gute Funken (daher Name!), bei Erhitzen bildet
sich SO2 (Geruch!), es bleibt ein magnetisches Korn.
Wichtige Unterscheidungsmerkmale zum chemisch gleichen Markasit sind:
| Pyrit: | Markasit: |
| Kristalle kubisch | Kristalle rhombisch |
| Farbe: messing-gelb | etwas grünlicher |
| Dichte: 5.0.5.2 | Dichte 4.8-4.9 |
| Glanz: stärker | Glanz: etwas weniger |
Farblich ist frischer Pyrit messinggelb bei lebhaften Metallglanz. Durch chemische Umwandlung (auch Verwitterung) wird die Oberfläche aber gerne in Eisenhydroxyd (Limonit) umgewandelt und dann braun. Es können auch (nicht selten) komplette Pseudomorphosen von Limonit nach Pyrit vorliegen. Wenn die Umwandlung den oberflächennahen Bereich einer Kieslagerstätte betrifft, spricht man vom "Eisernen Hut", einer geologischen Erscheinung, die früher beim Aufsuchen neuer Lagerstätten besonders hilfreich war.
Möglicherweise kommt dem Pyrit bei der Lösung einer der größten naturwissenschaftlichen Fragen eine entscheidende Bedeutung zu. Auf die Frage nach der Entstehung des Lebens auf der Erde könnte zumindest in einem Teilbereich Pyrit eine Antwort geben. Hätten sich in grauer Vorzeit Mikrosphären (die man nicht zum Leben rechnet, aber experimentell unter Ursuppenbedingungen erzeugen kann) im Sinne der Biofilm-Theorie auf der katalytisch wirkenden Pyritoberfläche angesiedelt hätten sich dort möglicherweise die komplexen Nukleinsäuren - die Täger des Lebens - bilden können.
Meine Sammlung ziert eine über 20 kg schwere
Pyrit-Stufe aus Peru, ca. 20 oktaedrische Pyritkristalle mit bis zu
8 cm Kantenlänge, eine wahre Museumsstufe (Bild oben). Schöne
Pyritkristalle aus Spanien und Elba, wobei alle
Formen Würfel, Oktaeder und Pentagondodekaeder vertreten sind. Modellartige
schöne Pyritpseudomorphosen von einzelnen Kristallen (Würfel,
Oktaeder, Pentagondodekaeder und Kombinationen) von verschiedenen Fundorten
habe ich ebenso in meiner Sammlung wie "heimischen" Pyrit aus Hagendorf,
Wölsendorf, Göpfersgrün,
Muglhof, Waldsassen / Pfaffenreuth und von anderen
Fundorten.