Der Beryll-Pegmatit von Püllersreuth
 
Unweit der Gemeinde Püllersreuth, ca. 3.5 km südwestlich Windischeschenbach in der Oberpfalz wurde in den Nachkriegsjahren ein kleiner Pegmatit in einem Untertage-Bergwerk abgebaut (Grube Maier). Das, an sich vom Feldspat her, nicht besonders große Vorkommen lieferte viel Muskovit (Glimmer) in großen Tafeln und Kristall-Paketen, schönen Schriftgranit, wuderbare gelbgrüne Beryll-Kristalle (nach einer durchaus glaubwürdigen Beschreibung von W. Schnitzer bis armlange Kristalle !), Columbit (bis handteller-groß !), Granat, Biotit und Zirkon, um die wichtigsten Mineralien zu nennen. Anfang der 80-er Jahre habe ich in einer "Gewalt-Aktion" die alten Halden umgegraben, ich mußte unbedingt einen Beryll von Püllersreuth haben. Nach mehreren Tagen harter Arbeit war mir dann das Glück hold und ich fand die unten abgebildete Stufe. Es war - auch bei zahlreichen weiteren Versuchen von mir - der einzige Beryll-Fund. Heute sind die Fundaussichten sehr gering, man muß bedenken, daß die kleine Grube 1967 stillgelegt und die alten Halden in den folgenden Jahren metertief von Sammlern umgegraben wurden. Die Halde ist überwachsen, größte Bereiche untertage sind verfallen und nicht mehr zugänglich. Eine tolle und umfangreiche Abhandlung liegt mit dem Lapis-Artikel von Elmar Linhardt (siehe Literatur) vor. Das Vorkommen von Phosphatmineralien geistert immer wieder durch die Literatur, ist aber meiner Ansicht nach nicht gesichert, ebenso das von W. Vierling genannte (und mir 1980 persönlich bestätigte) Auftreten von Turmalin (Schörl). Aber möglicherweise ist einem Sammler bei einem Streifzug durch die oberpfälzer Pegmatite in Püllersreuth angesichts der guten Funde nur der Rucksack zu schwer geworden... 
 
Der große Kristall ist fingerdick und deutlich über 10 cm lang. Andere Mineralien, namentlich Muskovit kann man auch heute noch finden, wennglich auch nicht mehr so einfach und in so großen Platten und guten Kristallen wie früher. 
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Fast genau regelmäßige Sechsecke bilden die Muskovit-Kristalle im Querschnitt, die auch heute noch in Püllersreuth gefunden werden können. 
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Alle Mineralien von Püllersreuth: 
  • Feldspat, besonders schön (epitaktisch) mit Quarz zu "Schriftgranit" verwachsen
  • Quarz, grau, weiß, kein Rosenquarz wie in anderen Oberpfälzer Pegmatiten
  • Muskovit, bis handgroße Glimmerpakete, Kristalle 6-seitig bis 5 cm Durchmesser
  • Beryll, weiß bis gelbgrün, wurde zu Förderzeiten (nicht rentabel) ausgelesen und besonders verwertet
  • Granat, Mischgranat, rotbraun, bis max. 2 cm große Kristalle, häufiger jedoch "amorphe" Massen bildend
  • Columbit, bis handgroße eingewachsene Kristalle, schwarz, blättrig, gerne nahe, sogar im Beryll.
  • Biotit, dunkler Glimmer, viel seltener als Muskovit
  • Pyrit, dünne Beläge und kleiste Kriställchen, häufiger
  • Zinkblende, selten, auch schriftgranitisch eingewachsen
  • Magnetkies, sehr selten, derb
  • Uraninit, sehr selten, bis 1mm große Oktaeder, ähnlich Hagendorf mit Columbit
  • Apatit, kleine Körnchen gerne im/mit Granat (zunächst für Zirkon gehalten)