Vivianit von Pleystein



Bei den Phosphatmineralien vom Kreuzberg dominieren diejenigen, die Eisen enthalten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich dass hier Vivianit auftritt. Chemisch gesehen ist Vivianit mit der Formel Fe32+(PO4)2·8H2O ein wasserhaltiges Eisenphosphat.

Der Vivianit ist in Pleystein als junges Sekundärmineral am Ende der Phosphatmineralisation anzuziedeln und wurde typischerweise nach dem Strengit gebildet. Das mag zwar im ersten Moment verwundern da im Vivianit zweiwertiges, im Strengit dagegen das Eisen dreiwertig oxidiert ist, liegt jedoch an den besonderen chemischen Bedinungen die nicht konstant in Richtung Oxidation gelaufen ist.

Dem Pleysteiner Vivianit wurde weit weniger Aufmerksamkeit zuteil als beispielsweise dem Strengit. Umfangreiche Funde wurden in jüngster Zeit (2008) beim Bau der Ringkanalisation, aber auch in früherer Zeit, besonders auch beim Bau des Schulhauses bekannt. Dabei zeigt sich der Vivianit farblich und in Tracht und Habitus so vielfältig dass er mehrfach mit anderen Mineralien verwechselt oder erst nach Analyse sicher angesprochen werden konnte. Noch in der 13. Auflage von 1948 von Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie ist ein Mineral "Angelardit" von Pleystein erwähnt - wobei es sich hier um einen Vivianit handelt. Frisch geborgene Stücke können farblos-durchsichtig, apfelgrün, himmelblau oder kräftig blau sein. In der Sammlung altern die Stücke in der Form, dass sie erst schwarzblau und dann fast schwarz und undurchsichtig werden. Der Habitus der Kristalle reicht von dicktafelig-blockig, dünntafelig-blättrig, prismatisch bis nadelig, ja sogar faserig. Die Kristalltracht ist oft sehr komplex und die Fächen oft nicht zu indizieren. Es kommt auch erdiger Vivianit vor der, wenn bergfrisch, dem alten Namen "Blaueisenerde" alle Ehre macht. Die Kristalle vom Kreuzberg sind im nur Ausnahmefall über einen cm groß, der größte mir bekannte Pleysteiner Vivianit (Sammlung A. Reichenberger) ist kanpp 4 cm groß.
 


Frisch geborgener Kristall mit einfacher Kristallform. Bildbreite ca. 5 mm

Zunächst aufgrund der ungewöhnlichen Farbe und Kristallform für Switzerit gehalten: Bei der Bergung wasserklarer linealartiger Vivianit. Bildbreite 4 mm

Apfelgrüner Vivianit mit Strengit (weiß). Die SXRD-Analyse -dankenswerterweise von Dr. Uwe Kolitsch durchgeführt- zeigt auch hier eindeutig Vivianit (Zellparameter: 10.09, 13.44, 4.71, 104.3). Bildbreite 8 mm

Frisch geborgene, apfelgrüne Vivianite auf Strengit. Bildbreite 9mm. Die Kristalle sind nach wenigen Monaten deutlich blau geworden aber noch immer glänzend und durchscheinend.

Vivianit xx in einem kleinen Hohlraum vom Quarz. Das Stück stammt von dem Fund beim Bau des Schulhauses Anfang der 80-er Jahre und weist die für den Vivianit eher typische dunkelblaue Farbe auf. Bildbreite 6 mm

Nadeliger Vivianit (blau) auf blockigem Vivianit (grün). Bildbreite 3 mm.

Vivianit-Igelchen aus blättrigen Kristallen auf Sphalerit. Bildbreite 4 mm.


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