
Inmitten der Stadt Pleystein (Nord-Ostbayern, Oberpfalz) erhebt
sich
mächtig der Kreuzberg. Es handelt sich dabei vermutlich um den
Rest eines
zonierten
Pegmatitkörpers, der Quarzkern (mit Rosenquarz) hat der
Erosion
weitgehend wiederstehen können. Eine ausführliche
Beschreibung
dieses unter Naturschutz stehenden Geotops findet sich auf den Seiten
der
VFMG-Bezirksgruppe Weiden unter www.vfmg-weiden.de/pley.htm.
Am 19.09.2004 wude der Kreuzberg als eines der 100 schönsten
Geotope Bayerns "geadelt". Hier soll jedoch der mineralogische Aspekt
näher beschrieben werden.
Der Kreuzberg hat - in geologischer und mineralogischer Hinsicht - zwei
Brüder, nämlich die Pegmatite von Hagendorf-Süd und
Hagendorf-Nord.
Von der Mineralführung her stehen die Aplite/Pegmatite der
Silbergrube/Waidhaus
(keine großen Primärphosphatpartien, sehr wenig
Zink-Mineralien)
und von Wildenau-Plößberg (mit Turmalin) in genetischem
Zusammenhang. So
galt und gilt es nicht als Sensation, wenn ein Mineral, welches wir aus
Hagendorf-Süd
kennen auch in Pleystein nachgewiesen wurde oder wird. Da die
große
Mehrzahl der Pleysteiner Funde aus recht früher Zeit (vor 1930)
stammen,
also zu einer Zeit gemacht wurden wo viele der selten
Phosphatmineralien
noch nicht bekannt waren, ist es heute sehr schwer, eine genaue
vollständige Mineralienliste für Pleystein
anzugeben. Einige Literaturangeben beschränken sich auf eine
Übereinstimmung
mit Hagendorf-Süd, was aber sicher nicht richtig ist. Ich
könnte
aber andererseits kein in Pleystein gefundenes Mineral nennen, das
nicht
auch von Hagendorf-Süd bekannt geworden wäre. Zwei
ausgesprochen seltene Mineralien sind in zum Teil recht guter
Ausbildung vom Kreuzberg bekannt geworden: Benyacarit und Carlhintzeit.
Ersteres ist ein Ti-Phosphatmineral, das weltweit bislang nur in
Folgosinho/Portugal, Cerro Blanco/Argentinien, Hagendorf-Süd und
Pleystein gefunden wurde. Ähnlich selten ist das Ca-Al-Halogenid
Carlhintzeit.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt diese Lokalität unter der Nummer 374A015 als Geotop.
Zu den Fundmöglichkeiten: Der im Ortskern stehende Rosenquarzfelsen steht unter Naturschutz. Alleine deswegen könnte man diese Fundstelle also abhaken. Aber es gibt vier Umstände, die mehr oder weniger regelmäßig doch zu Funden führen können: Erstens wird alle paar Jahre der Fels von losen, duch Wurzeln oder Frost gelockerten Brocken zur Sicherheit der Fußgänger "gereinigt". Andererseits kam es durch Bausmaßnahmen am, auf oder nahe dem Kreuzberg immer wieder zu Fundmöglichkeiten. Drittens könnten - wie in der Vergangenheit bereits öfters geschehen - auch größere Felspartien herabstürzen (siehe Literatur). Und, ganz wichtig: Selbst in größerer Entfernung, hauptsächlich in nordwestlicher und südöstlicher Richtung sowie bei Neubau der Schule (SE des Berges) wurden Rosenquarz und sogar Phosphat-Mineralien gefunden.
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