Malachit in Berthold's Mineralien-Sammlung
 

Malachit, auch Malvenstein, Berggrün, Atlaserz, Kupfergrün, Silver-Peak-Jade (gr.: "malache"=Malve wegen der Farbe) ist ein weit verbreitetes "sekundäres" Kupfermineral mit der chem. Formel Cu2(CO3)(OH)2, also ein basisches Kupfer-Karbonat das typischerweise als supergene Bildung in der Oxidationszone von Kupferlagerstätten erscheint. 

Bedeutende Vorkommen von Malachit sind vorwiegend an die Oxidationzone von Kupfer-Erzlagerstätten gebunden. Dabei findet sich fast immer, wo Malachit auftritt auch Kupferkies - und umgekehrt. Die Genese wird mit der Einwirkung von kohlensäurehaltigen Oberflächewässern auf kupferhaltige Gesteine und Mineralien erklärt. Gerne wird Malachit auch von dem lasurblauen, chemisch ähnlichen Azurit, ged. Kupfer, Cuprit, Chrysokoll u.a. Cu-Mineralien begleitet, auch Pseudomorphosen von Malachit nach Azurit-Kristallen (Tsumeb !) sind verbreitet, besonders wohl deswegen, weil durch Wasseraufnahme Azurit chemisch leicht in Malachit übergeführt werden kann. Das seltenere Cu-Mineral Cuprit wird ebenfalls durch Malachit pseudomorph verdrängt, aber auch nicht Cu-Mineralien wie Baryt, Calcit und Dolomit werden pseudomorphisiert. Im Gegensatz zu Azurit bildet Malachit leider viel seltener und auch nur kleinere (typischerweise nadelige) Kristalle. Charakteristisch sind glaskopfartige, achatartig gebänderte Massen und garbenartige Kristallbündel. Die Farbe von Malachit schwankt im Rahmen verschiedener intensiver Grüntöne, die Dichte liegt bei etwa 3,75 bis 4, also höher als bei vielen ähnlichen Mineralien. Als Eilath wird ein Malachit-Chrysokoll-Türkis-Gemenge bezeichnet, das auch zu Schmückstücken verschliffen wird.

Malachit zeigt häifig (nicht immer) eine Bänderung. Die Ursachen wurden mehrfach untersucht und sind bis heute nicht in allen Details bekannt. Zunächst wurden  Liesegang-Ringe (LIESEGANG Ringe - J. Chem. Educ., 1934, 11 (6), p 346) und Einlagerungen von Fremdmineralien als Ursache gesehen. Da jedoch auch Kristalle in Wachstumsrichtung Farbschwankungen aufweisen ist das eher unwahrscheinlich. Heutiger Ansicht nach (White, J. S. 1991. Chemistry of crystal size. Lapidary Journal 45:32-36,38) sind die Farbschwankungen in erster Linie durch die Variation der Wachstumsgeschwindigkeit und Lösungszusammensetzung verursacht. Das führt primär zu unterschiedlich großen Kristalliten, zum unterschiedlichen Einbau von Fremdionen (z.B. Zink) ins Gitter und ggf. auch zur Einlagerung von anderen Phasen. 

Malachit wurde (früher) als Kupfererz gewonnen, heute steht die Verwendung als Schmuckstein im Vordergrund. Früher war für Erzsucher Malachit ein (oder besser DER) Anzeiger für (mögliche) Cu-Lagerstätten. Schön gebändeter Malachit ziert trotz seiner geringen Härte (3.5-4) Ringe, Armbänder, Ohrringe, Halsketten, wird aber auch zu kunstgewerblichen Gegenständen wie Aschenbecher, Schalen, Buchstützen, Vasen, Ziffernblätter usw. verarbeitet. Als feingemahlenes Pulver wurde und wird Malachit schon seit prähistorischen Zeiten als ausgezeichnetes Pigmet verwendet ("Malachit-Grün"). Die Verwendung in der Medizin (sollte gegen Geschwüre helfen ?) hat man bald eingestellt, als man erkannte, daß diese Kupferverbindung (wie viele andere Cu-Verbindungen auch) recht giftig ist. Das, in der Fischzucht (in Deutschland seit Jahren verbotene, nur für Zierfische geeignete) Cu-Präperat "Malachit" ist nicht mit diesem Mineral identisch (sondern ein Oxalat), im Gegensatz zu (Mineral) Malachit sehr gut wasserlöslich und z.B. bei der "Pünktchenkrankheit" recht sicher wirksam.

Natürlich ist Malachit in meiner Sammlung auch in schönen Exemplaren vertreten. Einerseits eine Super-Stufe aus Katanga (Kongo), andererseits eine schöne Stufe aus Zaire (mit kristalliner Oberfläche). Aus Tsumeb habe ich zwei Stücke mit sehr schönen Pseudomorphosen von Malachit nach Azurit (bis 5 cm Kristalle), von vielen anderen Fundorten sind ebenfalls Belege vorhanden. Aus meiner Heimat findet sich Malachit von Erbendorf (Bleibergbau), Erbendorf-Rohrmühle (auf Chlorit-Schiefer), Dechantsees (1 cm Kristallgarbe), Wölsendorf-Marienschacht, Hagendorf-Süd, Lichtenberg, Windischeschenbach-Oberbaumühle, Grube Wilma (Wendersreuth), Gsteinach bei Pleystein und von anderen Fundorten.


PKongo


PKongo


PKongo

Erbendorf

PKongo

Wölsendorf

Wölsendorf

Wölsendorf

Wölsendorf

Wölsendorf

Tsumeb

Lichtenberg

Clara

Lavrion



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