Bedienungsanleitung für LINUX
Programm
"kristall"
Version 1.2 / 2009
(zur Erstellung von Kristallzeichnungen)
Uraninit
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Pyrit
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Fuorit
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Quarz
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Einführung:
Die Kristallflächen werden allgemein mit hkl-Werten (Millersche
Indizes) beschrieben, die geometrisch gesehen die Kehrwerte der
Schnittpunkte
in einem 3-dimensionalen (nicht unbedingt rechtwinkligen und
gleichskalierten)
Koordinatensystem darstellen. (Sonderfall 0 bedeutet kein Schnittpunkt,
also parallel zur Achse) Die hkl-Werte geben aber lediglich die
Richtung
der Fläche im Raum an, bei allen Kristallen müssen die
Flächen
als parallel zu sich selbst verschiebbar betrachtet werden. So kann
z.B.
im kubischen System ein Würfel mit den Flächen 100 010 001
-100
0-10 und 00-1 von der Kristalltracht vollständig beschrieben
werden,
der reale Kristall kann aber recht unterschiedlichen Habitus haben:
Selbstverständlich kann das noch viel extremer sein
(Stäbchen,
Nadeln, Plättchen usw., die nur Würfelflächen-Tracht
zeigen).
Um
nun eine Kristallform mit Tracht und Habitus eindeutig zu beschreiben
habe
ich den sog. Habitusfaktor eingeführt. Zu jeder
Fläche
wird also neben den hkl-Werten (beschreiben die Tracht) auch ein
Habitusfaktor
(beschreibt die Parallelverschiebung - und damit den Habitus)
angegeben.
Rechnerisch werden die hkl-Werte einfach mit ihren Habitusfaktoren
multipliziert,
die so gewonnenen Werte stellen dann den Kehrwert des Abstands des
Schnittpunkts
der Fläche mit der entsprechenden Achse (xyz des
Koordinatensystems)
vom Ursprung dar. Dazu ein Beispiel (Würfel mit Habitusfaktor 1.0,
geschnitten mit Oktaederfläche 111):
111 Habitusfaktor=0.7
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111 Habitusfaktor=0.6
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111 Habitusfaktor=0.5
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111 Habitusfaktor=0.35
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Wie man sieht, schneidet die (111)-Oktaeder-Fläche den Würfel
unterschiedlich weit an. Man könnte sich leicht merken: "Je
kleiner
der Habitusfaktor, desto kleiner die Fläche." Würde man den
Habitusfaktor
in dem Beispiel noch kleiner wählen (unter 0.333), würde die
Fläche nicht mehr schneiden ("Geisterfläche").
Will man nun für eine komplexere Form eine Kristallzeichnung
erstellen,
artet das natürlich schnell in recht viel Arbeit aus, bei einem
Ikositetraeder
müssen 24 Flächen mit ihren hkl-Werten und (dem normalerweise
gleichen) Habitusfaktor eingegeben werden. Deswegen habe ich einige
komplexe
Trachteingaben automatisiert, diese können mit einem Tastendruck
vorgenommen
werden (wird noch erweitert)
- Hexaeder (100)
- Oktaeder (111)
- Rhombendodekaeder (110)
- Ikositetraeder (211)
- Pyramidenwürfel (210)
- Pyramidenwürfel (310)
- Pentagondodekaeder (210)
Dabei kann für die gewählte Tracht ein Habitusfaktor
vorgegeben
werden.
Die Flächentabelle kann nachträglich bearbeitet, gespeichert,
geladen und natürlich gelöscht werden. Gespeichert wird die
Tabelle
im ASCII-Datenformat (*.lst) und könnte auch von Hand bearbeitet
werden.
Es bietet sich auch an, bei Kristallen mit niederer Symmetrie
zunächst
die höhere (komplette) Form zu wählen (z.B. Oktaeder) um dann
die nicht benötigten Flächen zu löschen (um z.B. zum
Tetraeder
zu kommem). Sinnvollerweise vergeben Sie einen Namen, dazu in der
Startseite
einfach den Namen antippen, mit "backspace" löschen, neu eintippen
und mit <ENTER> abschließen.
Die Kristallzeichnungen werden wahlweise neben dem internen *.lst
Datenformat auch im *.ppm-Datenformat im *.pov-Datenformat,
im *.svg-Datenformat
oder im *.fig-Datenformat gespeichert. Neu ist, dass bei Export
automatisch folgende Bearbeitungsprogramme (default-Einstellung in
.kristall/start.hlp änderbar) ausgeführt werden:
SVG: inkscape
PPM: gimp
FIG: xfig
POV: povry
Bevorzugt sollte das SVG-Format verwendet werden, da diese Vektorgrafik
in guter Qualität Vergrößerung ebenso erlaubt wie
Umwandlung/Verwendung in andenen Dokumenten (Power-Point, doc, pdf).
Start-Bedienung:
Die Programmbedienung wurde mit grafischer Oberfläche gestaltet.
Dabei findet die Berechnung interaktiv (sozusagen) im Hintergrund
statt.
Das Programm verfügt über fünf "Seiten"
- die Anzeigeseite mit der Kristallzeichnung (Startseite), hier
auch die
wichtigen Parameter
- die "load"-Seite, File-Auswahl der *.lst Dateien, mit Anzeige
- die hkl-Eingabeseite, zur Tracht- und Habituseingabeseite.
- die hkil-Eingabeseite, zur Tracht- und Habituseingabe
- die Farbauswahlseite
Das Programm wird unter (Linux) X-Windows mit dem Befehl kristall
<ENTER>
gestartet. Es erscheint sofort die Anzeigeseite mit einem (fest)
vorgegebenen
Würfel (Hexaeder), alle Parameter werden mit sinnvollen
Startwerten
vorbesetzt. Hinweis: Falls das Programm nicht startet,
kann
dies verschiedene Ursachen haben, im Zweifelsfall mit ./kristall
versuchen,
mit chmod 777 kristall Rechte vergeben, das Programm mit dem Quellcode
neu übersetzen (besonders wenn Fehlermdeldungen mit lib...
kommen),
die Farbtiefe des X-Servers auf wenigstens 15 bit einstellen, alle
X-Windows-libs
installieren, X-Fonts installieren ...
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Anzeigeseite, Startmenü
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Nun kann man die Kristallsystem-Parameter (Achsen und Winkel) eingeben.
Dazu bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder mit den "+" und "-"
Tasten
neben den Werten oder den Wert selbst anklicken, (mit Backspace
löschen)
und über die Tastatur neu eingeben. Die Voreinstellung (für
kubisches
System a=1, b=1, c=1, Winkel 90°) kann aber für erste Versuche
auch belassen werden. Jede Tastatureingabe muss mit <ENTER> oder
mit einem Mausklick abgeschlossen werden.
Man kann sich nun vordefinierte (im *.lst-Format gespeicherte)
Kristallzeichnungen
ansehen (und laden), sofern sie im Ordner $HOME/Kristallzeichnungen
stehen. Dazu in dieser Seite die Taste "load" im Feld
Namen
anklicken. Es erscheint die "load"-Seite mit der Fileauswahl auf der
rechten
Seite. Hier kann (mit der Maus) ein Eintrag angeklickt (markiert)
werden,
diese Datei wird dann links angezeigt. Zur Weiterbearbeitung gelangt
man
mit der Taste "o.k.", es wird wieder die Startseite angezeigt, jedoch
mit
der gewählten Zeichnung und deren Parametern. In der gepackten
download-Datei
kris1.tgz sind einige vordefinierte Kristallzeichnungen für
Testversuche
enthalten (bitte in den Ordner Kristalleichnungen kopieren, dieser
Ordner wird beim ersten Programmstart automatisch angelegt.
Aber sicher wollen Sie eigene Zeichnungen erstellen und nun kommt
die
eigentliche Arbeit, nämlich die Eingabe der hkl-Werte (für
die
Tracht) und die entsprechenden Habitus-Faktoren. Dazu wird einmal auf
die
Taste "(hkl)" oder "(hkil)" für hexagonale Eingabe getippt. Es
erscheint
nun die hkl-Eingabeseite (oder die hkil-Eingabeseite):
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hkl-Eingabeseite
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Es bestehen nun zwei Möglichkeiten, eine Kristallform
einzugeben:
Entweder man gibt alle gewünschten Flächen (mit Vorzeichen !)
von Hand ein oder man greift auf die integrierten Trachten zurück.
Zweiteren Fall (weil er einfacher ist) will ich zunächst
beschreiben.
War die Zeichnung leer (Würfel) und hat man auf hkil (hex-Eingabe)
getippt, wird automatisch der Winkel Gamma auf 120 Grad gesetzt.
Eingabe von Trachten:
Die Taste ganz oben links (mehrfach anklicken!) wechselt der Reihe
nach die integrierten Trachten durch. (Also klicken, bis die
gewünschte
Tracht in der Taste angezeigt wird) Nun muss der Habitus-Faktor
für
diese Tracht eingestellt werden (Voreinstellung ist je nach Tracht
verschieden).
Dazu in der gleichen Zeile mit "-" oder "+"-Taste den Wert entsprechend
anpassen. Möglicherweise möchte man auch die voreingestelle
Farbe ändern, dazu das Farbfeld rechts anklicken und dann die
gewünschte Farbe. Mit der Taste "hinzufügen" wird die
gewählte Form
in
den Würfel (oder vorher schon eingegebene Tracht)
hineingeschnitten.
Das Resultat kann man sofort sehen (mit der Taste "fertig, berechnen"
auf
die Anzeigeseite wechseln). Sofort nach der Eingabe werden die neuen
Flächen
in der Fächentabelle (links in der hkl-Eingabeseite) mit
aufgeführt.
In dieser Tabelle werden alle Flächen aufgeführt, egal, ob
diese
den Körper überhaupt noch schneiden (als irgendwo zu sehen
sind)
oder nicht ("Geisterflächen"). Es ist ja klar, daß z.B. ein
- aus einem Würfel herausgeschnittener Oktaeder eben keine
Würfelflächen
mehr zeigt. Solche, nicht mehr sichtbaren (Geister-) Flächen
werden (rechts
neben
den hkl-Werten) mit einem Fragezeichen ("?") vermerkt.
"Geisterflächen"
können durch Vergrößerung des Habitus-Faktors wieder
zum
"Erscheinen" in der Kristallzeichnung gebracht werden.
Fächen,
die die Kristallform bilden, werden wenn sichtbar mit "s"
für
oder mit "v" für verdeckt in dieser Tabellenspalte
angezeigt.
Einfaches anklicken des Farbfeldes (entweder neben der Tracht-Eingabe,
bevor die "hinzufügen" Taste gedrückt wurde oder für
jede Fläche einzeln rechts in der hkl-Tabelle) erlaubt es die
Farbe der Fläche(n) festzulegen. Sinnvoll ist es,
kristallographisch zusammegehörige Fächen (z.B.
Prismenflächen) einheitlich einzufärben. Das hat den Vorteil,
dass später alle gleich eingefärbten Flächen (mit +/-
Taste in der Ansicht) gemeinsam parallel verschoben werden können
(mit "NUM oder SHIFT, sonst nur die markierte Fläche einzeln). Der
Klick auf ein Farbfeld führt zur Farbwahlseite die die zuletzt
gewählte und die aktuell gewählte Farbe anzeigt. Ein
einfacher Klick auf die gewünschte Farbe führt auf die
hkl-Eingabeseite zurück.
Eigentlich genauso geht die Eingabe einzelner Flächen. Hier
jedoch
(in der zweiten, eingerahmten Zeile) die hkl-Werte mit den "+" und "-"
Schaltflächen (vor hinzufügen) einstellen. Alle eingegebenen
Flächen können mit der Taste "reset Flächen" in einem
Zug
gelöscht werden, die sonstigen Einstellungen (besonders auch die
zuletzt
bei jeder einzelnen Tracht eingestellten Habitus-Faktoren) bleiben
erhalten.
Um sich die mühsame Eingabe zu sichern ist eine Schaltfläche
zum speichern "Save Liste" und eine zum laden "Load Liste" vorgesehen.
Es wird immer der Name verwendet, der auf der Startseite angegeben ist.
In der Fächentabelle kann eine einzelne Fläche markiert
werden
(hkl-Werte in dieser Zeile anklicken). Die Taste "lösche
Fläche"
entfernt diese dann aus der Zeichnung. Die Flächen 1-6
(Ausgangs-Würfelflächen)
dürfen und können nicht gelöscht werden, weil sonst kein
geschlossener
Körper
vorliegt, der mit den weiteren Flächen (7-...) verschnitten werden
kann. Flächen können auch in der Ansicht gelöcht werden,
dazu die Fläche markieren und die "Bakspace" (Rückschritt-)
Taste drücken.
Flächen markieren und
parallel
verschieben (tiefer verschneiden) und löschen
In der Anzeigeseite kann auf einfache Weise eine Fläche markiert
und diese dann parallel zu sich selbst im Raum verschoben werden.
Markieren: Entweder in der hkl-Eingabeseite anklicken (also
dort markieren) oder in der Anzeigeseite etwa in die Flächemitte
(mit
der linken Maustaste) tippen. Die markierte Fläche wird gestreift
dargestellt:

Es kann immer nur eine Fläche markiert werden, nochmaliges
markieren
der gleichen Fläche hebt jede Markierung auf. Die Markier-Funktion
ist nur bei gefüllten Flächen funktionsfähig.
(Sonst
würde man ja auch nicht sehen, was man markiert.) Die Markierung
ist
in der Anzeigeseite und in der hkl-Eingabe-Tabelle identisch.
Gespeichert
wird immer ohne Markierung (die Markierung ist also in der ppm und
fig-Zeichnung
nicht enthalten). Unsichtbare Flächen können in der
hkl-Eingabe markiert werden: Es braucht nur in der hkl-Tabelle auf die
Nr. oder einen hkl-Wert getippt werden, die markierte Fläche wird
hier dunkel unterlegt angezeigt. Die Markierung auf der
hkl-Eingabeseite und der Anzeigeseite ist immer identisch. Auf der
hkl-Eingabeseite können auch zu wenig tief verschnittene
"Geisterflächen" (sind mit "?" gekennzeichnet) markiert werden.
Auf der Anzeigeseite (ggf. mit SHIFT oder NUM) können solche
Flächen dann mit "+" (mehrfach drücken) soweit parallel
verschoben werden, dass sie schneiden und im Kristall sichtbar werden.
Einzelfläche parallel verschieben: Die markierte
Fläche
wird mit den "+" und "-"-Tasten (auf der Tastatur) parallel zu sich
selbst
verschoben. Dabei schiebt "+" die Fläche auf den Ursprung zu, deie
Fläche wird also größer. "-" verschiebt die Fläche
vom Ursprung weg, die Fläche wird also kleiner. Flächen
können soweit nach aussen verschoben werden, dass sie den Kristall
nicht mehr schneiden, diese "Geisterflächen" bleiben aber erhalten
und sind in der hkl-Tabelle mit einem "?" bezeichnet (ansonsten steht
bei den Flächen ein "s" für sichtbar oder ein "v" für
verdeckt.
Flächen gruppenweise verschieben: Mit den
<SHIFT>"+"
und <SHIFT>"-" -Tasten (auf der Tastatur) können
Flächen gruppenweise
verschoben werden. Dabei bilden alle Flächen, die genau die
gleiche
Farbe haben eine Gruppe. Es muß nur eine Fläche dieser
Gruppe
markiert werden um alle Flächen dieser Gruppe zu verschieben (in
der
Beispiel-Abbildung werden alle Oktaeder-Flächen parallel
verschoben
weil eine Oktaeder-Fläche markiert wurde). Die NUM-Taste wirkt wie
SHIFT.
Einzelfläche löschen: Die markierte Fläche
kann
mit der Taste "l" (für löschen) einfach aus
der
Kristallzeichnung gelöscht (entfernt) werden. Nicht löschbar
sind die ersten sechs Würfelflächen.
Ansicht drehen/kippen:
Die Blickrichtung auf die Kristallzeichnung kann recht einfach
mit der Tastatur verändert werden. Im Anzeigefenster
wirkeln
folgende Tasten:
| x |
Drehung um die x-Achse |
| X |
Drehung um x in Gegesinn |
| y |
Drehung um die y-Achse |
| Y |
Drehung um y im Gegensinn |
| z |
Drehung um die z-Achse |
| Z |
Drekung um die Z-Achse |
| 0 |
null Drehung, Normalansicht |
p
|
Wechsel der Projektion
(Naumann-dimetrisch)
|
f
|
für "fit", passt die
Größe der
aktuellen Fenstergröße an
|
Da die Tastatur (normalerweise) über eine repeat-Funktion
verfügt,
es also leicht möglich ist (Taste länger gedrückt
halten)
um einen größeren Winkel zu drehen, wurde der Drehwinkel je
Tastendruck auf 1 Grad beschränkt. Am anschaulichsten ist die
Drehung
um die z-Achse (mit der 'z' oder der <shift>'z'-Taste):
 |
 |
|
"ungedrehte" Darstellung
|
15 Grad (15*'z')
gedreht
|
Die Zeichnungen werden auch entsprechend gedreht gespeichert (im ppm
und
fig-Format). Zwei weitere Tasten dienen ebenfalls zur Anzeigesteuerung:
Die "+" bzw. die "-" Taste verkleinert/vergrößert die
Kristallzeichnung
- aber ACHTUNG: Nur wenn keine Fläche markiert (angeklickt) ist.
Ab Version 1.2 (2009) wird die aktuelle Rotation in der
Kristallzeichnung (*.lst-Datei) mit gespeichert. Die Taste "0" oder "o"
dreht die Zeichnung zur "ungedrehten" Darstellung zurück.
Neu in der Version 2009 ist die Funktion fit. Mit dem Tastendruck "f"
wird die Kristallzeichnung im Ansichtsfenster auf optimale
Größe skaliert. Das macht das Programm beim laden oder
importieren automatisch. Wird das Fenster des
Kristallzeichnungsprogrammes in seiner Größe verändert
bleibt die Kristallzeichnung zunächst ja in der Größe
unverändert (auch das Exportbild hat die sichtbaren Proportionen).
Durch die "f"-Taste wird die Zeichnung der neuen Größe
angepasst.
Eine weitere Neuerung ist die Umschaltung der Projektion: Die Taste 'p'
schaltet zwischen den Projektionen um. Derzeit sind zwei Projektionen
eingebaut: ISO-dimetrisch und nach Naumann. Default-Voreinstellung ist
die Projektion nach Naumann.
(hkl) und (hkil)-Werte
ein-
und ausblenden:
Mit der "i"-Taste (wie indizieren) können zur
besseren
Orientierung die Indizes (hkl-Werte nach Miller oder Bravais) ein- bzw.
ausgeblendet werden. Diese Bezifferung wirkt nur auf dem Bildschirm und
im ppm-Datenformat, nicht jedoch im fig-Speicherformat. Es werden immer
nur die sichtbaren Flächen (also keine verdeckten Flächen)
etwa
in Flächenmitte beziffert.
 |
Auschnitt einer Zeichnung mit hkil-Indizes
(Quarz)
|
Ausgabe-Datenformat:
Das ppm-Datenformat ermöglicht unter Linux und UNIX den
Export in fast jedes andere (Pixel-) Datenformat (gif, tif, jpg, bmp,
pcx...)
und auch die Bearbeitung in vielen Programmen. (Konvertieren z.B. mit
convert-Befehl,
Bearbeitung z.B. mit GIMP). Die Kristallzeichnung wird in der
(gewählten)
Programmfenstergröße im Ordner $HOME/Kristallzeichnungen
gespeichert. Verdeckte (unsichtbare)
Kanten
können wahlweise gezeichnet/ weggelassen/ hell-gezeichnet/
gestrichelt-gezeichnet
werden. Ebenso können die (sichtbaren) Flächen gefüllten
oder nur die Kanten gezeichnet werden. Falls die Fächen
gefüllt
werden, verwendet das Programm automatisch für jede
hkl-Kombination
eine bestimmte Farbe. Der Speichervorgang wird mit der Taste "ppm" in
der
Start-Anzeigeseite bewerkstelligt. Alle hier dargestellten
Kristallzeichnungen
sind mit gimp in folgender Weise nachbearbeitet: Farbe(n)
verändert,
Größe skaliert (auf 1/3 oder 1/2), Farben indiziert (z.B.
nur
16 Farben) und als gif-Datei abgespeichert. Diese Nachbearbeitung ist
für
das Internet sinnvoll, weil ppm-Dateien im Internet nicht lesbar sind
und
zweitens gif-Dateien mit indizierten Farben wesentlich weniger
Speicherplatz
(und Ladezeit) benötigen.
Das svg-Datenformat ist ein neuerdings sehr verbreitetes recht
universelles Vektordatenformat. Viel Browser können dieses Format
anzeigen, in vielen Programmen (z.B. Open-Office 3.0) kann svg
importiert werden. Deswegen sollte man vorzugsweise svg als
Exportformat verwenden. Automatisch wird die Datei im Ordner
$HOME/Kristallzeichnungen gespeichert und per default (in
$HOME/.kristall/start.hlp vorgegeben) das Bearbeitungsprogramm inkscape
(sofern vorhanden) gestartet. Hier bieten sich vielfältige
Weiterverarbeitungsmöglichkeiten. Zu beachten ist, dass die
svg-Grafik mehrfach gruppiert ist, d.h. durch Auflösen der Gruppe
kann z.B. eine hlk-Bezichnung verschoben werden. Inkscape
ermöglicht Speicherung/Export in einer Vielzahl von Datenformaten.
Das fig-Dateformat
ist
als 2d-Vektordatenformat für Kristallzeichnungen besonders
geeignet,
da Zeichnungen ohne Qualitätsverlust verkleinert oder
vergrößert
werden können und zudem viel weniger Speicher benötigt wird
(Es
werden ja nur die Koordinaten der Endpunkte der Kanten bzw.
Flächen
incl. Farben gespeichert). Unter Linux bietet sich das Programm xfig
zur
Weiterverarbeitung an. Hier könnten auch Änderungen (z.B.
Flächen
anders einfärben usw.) vorgenommen werden, das xfig-Programm ist
recht
leistungsfähig, aber nicht einfach zu bedienen. Das tool-Programm
fig2def (in vielen Distributionen enthalten) ermöglicht die
Umwandlung
in verschiedene Datenformate, so z.B. auch in PostScript (ps).
ps-Dateien
können unproblematisch z.B. auch in CorelDraw unter Windows
importiert
werden. Leider kann keine Übereinstimmung der Flächenfarben
in
der gespeicherten Zeichnung mit der Programmanzeige erzielt werden
(fig-Datenformat
ist hier begrenzt). Eine Bearbeitung mit Corel-Draw könnte mit
folgendem
Arbeitsgang erreicht werden:
- Zeichung mit kristall erstellen und als fig speichern
- fig2dev -L ps kri1.fig kri1.ps um Postscript zu
erzeugen
- mcopy kris1.ps a: um die Zeichung auf
Windows-Diskette
zu kopieren
- im CorelDraw importieren und bearbeiten
Das Vektordatenformat fig (und dann eben ps, cdr usw.) erlaubt eine
weitergehende
Manipulation der Zeichnung, so können Fächen transparent oder
deckend, mit Strukturen usw. versehen werden, das würde jedoch
hier
den Rahmen sprengen. (siehe auch nebenstehendes Beispiel, wo einige
Flächen
entfernt, andere transparent gemacht wurden).
Das pov-Datenformat ist ein 3-dimensionales Daten-Format.
Es
ermöglicht die Weiterverarbeitung in verschiedenen Programmen,
besonders
auch im povray3. Mit der Kristallzeichung als Grundlage
können
verschiedene
"Szenen" gestaltet und gerendert werden (z.B. mehrere Kristalle
epitaktisch
verwachsen usw.). Dabei wird jedoch immer eine komplette
"Landschaft"
mit Untergrund, Hintergrund, Beleuchtung und Blickrichtung, also eine
renderbare
*.pov Datei erzeugt (also nicht wie z.B. in xtal4pov nur eine
include-Datei).
Sinnvollerweise bearbeitet man diese pov-Datei, etwa um einen anderen
Untergrund,
eine andere Blickrichtung oder andere Beleuchtung zu wählen. Die
Einstellung
"Flächen füllen" führt zu (farbigen) undurchsichtigen
Kristallzeichnungen,
im Fall von Einstellung "durchsichtige Flächen" erzeugt das
Programm
einen (farbigen), glasartig durchscheinenden Kristall in der
pov-Datei.
Die Speicherung in diesem Datenformat ist nun verfügbar, wird aber
derzeit noch getestet. Eine Befehlszeile um eine Kristallzeichnung
("kristall.pov")
zu rendern (Grafikdatei kristall.tga erzeugen) könnte z.B. sein:
povray -i kristall.pov -o kristall.tga -geometry 250x240 +A0.9
<ENTER>
Dazu muß natürlich povray3 installiert und vorher (mit
kristall)
die Datei kristall.pov erzeugt worden sein. Die letzte Option (+A0.9)
ist
aus qualitativen Gründen wichtig.
Imort
In der Version 1.2
(2009) wurde ein Fremddaten-Import eingebaut. Es können
Kristallzeichnungen von jcrystal (Programm von Dr. Steffen Weber)
importiert werden. Dazu wird die htm/html-Datei (die das Java-Applet
aufruft) benötigt. Diese Datei muss lokal gespeichert werden, dann
kann mittels shell-Befehl
$ kristall xxxx.html <ENTER>
die Datei importiert werden. "xxxx.html" steht
natürlich für den Namen der zu importierenden Datei. Versuche
mit einer Vielzahl von Kristallzeichnungen (z.B. unter
www.webmineral.com) waren erfolgreich. Probleme gibt es bei html-Seiten
die mehrere Kristallzeichnungen enthalten (z.B. auf
uraniumminerals.com). Hier müssen von Hand mit einem Editor nicht
benötigten Definitionen (Zeilen mit "<param") gelöscht
werden.
Kompatibilität
Das Datenformat (*.lst) ist zu allen
früheren Versionen (auch Version 2000) aufwärtskompatibel,
d.h., es können alle alten Kristallzeichnungen gelesen werden.
Download / Urheberrechte:
Hier kann das fertig compilierte Programm
(kristall)
und der gepackte Quellcode samt
Makefile
als tgz-Datei geladen werden (ca. 68 kByte, geht also recht schnell).
In der Datei
sind Quellcode, ausführbares Programm und auch einige
Kristallzeichnungen im *.lst-Format mitgegeben. Wer sich den
c-Quellcode
ansieht, wird schnell feststellten: Das Programm ist recht chaotisch
aufgebaut.
Das hat zwei Gründe: Einerseits habe ich mehr oder minder fertige
Teile aus dem Gfa-Basic-Programm einfach in c übernommen,
andererseits
wollte ich keine (problematischen) lib-Funktionen oder c++ verwenden
(und nur dadurch ist das Programm so klein). Ich
möchte ausdrücklich mein Urheberrecht an diesem Programm
behalten,
jede private Nutzung, auch zum Zweck der Lehre und Forschung stelle
jedoch
ich frei (auch kostenfrei). Gewerbliche Nutzung, Verkauf, Vertrieb in
sog.
"Distributionen" usw. behalte ich mir ausdrücklich vor,
ebenso
das Recht dieses Programm und den Quelltext zugänglich zu machen
(=Bereitstellung
zum download). Jede Haftung oder Gewährleistung muss ich
natürlich
ablehnen.
Der Quellcode wird wie folgt compiliert:
tar xvfz kristall_12.tgz <ENTER>
dann
cd kris <ENTER>
und
make <ENTER>
Das ist alles.
Für das fertige Programm (für SUSE 10.0, 10.3, 11.1
compiliert) ist ebenfalls in der Dtei enthalten:
Nur entpacken
tar xvfz kristall_12.tgz
<ENTER>
dann in das
neu Verzeichnis wechseln
cd kris <ENTER>
und das Programm starten:
kristall <ENTER>
Natürlich kann das Programm auch auf den Desktop
gezogen -und grafisch gestartet- werden. Besser - und sinnvoller ist
es, das Programm (ggf. sich daszu root Rechte notwendig) nach /usr/bin
zu verschieben:
# cp kristall /usr/bin/ <ENTER>
was den Vorteil hat, dass dann das Programm aus jedem Verzeichnis
aufgerufen werden kann.
Die Anwendung besteht aus einer einzigen Datei, "kristall",
die in das gewünschte Arbeits-Verzeichnis oder besser nach
/usr/bin kopiert werden sollte. Beim ersten Start legt das Programm die
Hilfsdatei ./kristall/start.htm mit default-Werten und den Ordner
Kristallzeichnungen an (im Home-Verzeichniss des users). Ich
habe das Programm unter verschiedenen Linux-Distributionen getestet, es
sollte überall laufen.
Ich wünsche allen Anwendern viel Erfolg und bin für
Anregungen
und sachliche Kritik dankbar.
berthold-weber@gmx.de
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