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Aber auch eine Reihe weiterer Mineralien wie schöne Quarzkristalle (Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst, "Sternquarz"), Calcit in vielen Formen, Dolomit, Tremolit, Vesuvian (radialstrahlig verwachsen, auch als Egeran bezeichnet), und (aus einem Pegmatitgang) Beryll, Turmalin und Granat wurden gerne gesammelt.
Fundmöglichkeiten sind heute nicht mehr gegeben. Das hat drei
Gründe:
I.: Die seltenen Pseudomorphosen stammen vielfach aus einem - schon vor
der Jahrhundertwende stillgelegten - heute nicht mehr zugänglichen
Betrieb (südlich der Bahnlinie) sowie aus Thiersheim.
II.: Der letzte Abbau hatte Tiefen erreicht, in denen Mineralisationen
(wie Quarzkristalle, Calcit, Dolomit) selten geworden sind. Jedoch ist
noch folgendes Problem zu beachten: III.: Das Betreten des
eingezäunten
ehemaligen Betriebsgeländes ist verboten, Sammelerlaubnis ist
praktisch
nicht zu bekommen, das Gelände wird rund um die Uhr bewacht und
die Grube wird in absehbarer Zeit "absaufen".
Bei dem Vorkommen von Göpfersgrün handelt es sich nicht um ein einzelnes isoliertes Vorkommen, vielmehr tritt Speckstein an den "Urkalk" (Marmor-) Zug gebunden, der sich von Stemmas über Thiersheim, Göpfersgrün bis Wunsiedel hinzieht, auf. Schöne (schönere und größere !) Speckstein-nach-Quarz Pseudomorphosen u.a. wurden z.B. auch in Thiersheim gefunden. Prächtige Quarzkristalle, Calcit und Dolomit wurde auch an vielen anderen Stellen dieses Gangzuges gesammelt, es scheint lediglich eine Frage von Aufschlüssen zu sein. Dabei ist die geologische Entstehung dieses Vorkommens bis heute nicht restlos geklärt. Schon früh haben sich die Geologen mit diesem -geochemisch- einmaligen Lagerstättentyp beschäftigt. Eine umfangreiche Abhandlung, die auch die älteren Arbeiten berücksichtigt, liegt mit dem Aufsatz von STETTNER (siehe Literatur unten) vor. Die alten Grube "Ludwigszeche" bei Göpfersgrün baute auf "Brauneisen", also Siderit und / oder Limonit. Ähnlich kleine Vorkommen wurden auch an anderen Orten am Marmorzug abgebaut, haben aber nichts mit der Johanneszeche und dem Steatit-Vorkommen zu tun.
Doch nun zu den weltberühmten Pseudomorphosen: Bei
"Pseudomorphosen"
handelt es sich um einen stofflichen Austauch von einem Mineral durch
ein
anderes. Solche Umwandlungs- oder Verdrängungsvorgänge sind
im
Mineralreich gar nicht einmal so selten. Gerne finden sich
(überall
auf der Welt) Pseudomorphosen von Limonit nach Pyrit oder Malachit nach
Azurit. Recht selten - und das zeichnet die Göpfersgrüner
Pseudomorphosen
aus - sind solche von chemisch stabilen, also schwer löslichen
Mineralien
- nach eben solchen. Die wichtigsten Göpfersgrüner
Pseudomorphosen:
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In den lokalen Sammlungen sehen wir - neben den genannten Pseudomorphosen - vor allem schöne Quarzkristalle aus der "Zeche". Typischerweise sind die Kristalle klar bis weiß, von Mangan-Dendriten überzogen, eher kurzprismatisch und gerne in "zerfressenen", mit Mulm gefüllten Aggregaten. Schön sind auch die als "Sternquarz" bezeichneten radialstrahligen Kristallisationen. Sogar Japaner-Zwillinge sind bekannt. Die Farbe reicht von wasserklar über weiß und grau bis zum Rauchquarz, Morion, Citrin und Amethyst. Sowohl Doppelender (siehe www.vfmg-weiden.de/fdm28.htm), Phantomquarze und Szepterquarze wurden gefunden. Als "groß" gelten Kristalle von 5 bis 10 cm, recht viel größere (Einzel-) Kristalle wurden nicht gefunden. Das Bild links zeigt (vom Habitus her) eher weniger typische, 8 cm große grauweiße Kristalle. Wunderbare wasserklare Bergkristalle - leider nur selten über 1 cm groß - sitzen auf den Dolomit-Kristallrasen in den Klüften des Marmors. |
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Relativ selten sind wirklich gut allseitg ausgebildete und
klare Kristalle,
wie auf dem Foto links. Bildbreite ca. 10 cm.
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Recht typisch ausgebildete Quarzkristalle von der untersten
Tagebau-Sohle.
Bildbreite 5 cm, Fund 4/2003.
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Kristallgruppe (Bildbreite 10 cm) in der für die
Johanneszeche
typischen Ausbildung.
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Schöne Rauchquarzkristalle, teilweise sogar
tiefschwarz, kennen
wir als "Morion" von der Johanneszeche, auch eine Rarität.
(Bildbreite
5 cm)
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Amethyst, fast immer nur zonar violett gefärbt, zeigt
sich in
einem kleinen Grubenbereich ("Amethystfelsen") häufig. Hier
seltene Amethyst-Spitzen.
(Bildbreite 6 cm)
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Dolomit-Kristallrasen haben sich zu allen Zeiten reichlich
finden lassen.
Bildbreite 8 cm.
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Speckstein ist - unbearbeitet - nicht solderlich fotogen.
Es bilden
sich aber durchaus sehenswerte kugelige, nierige Formen, wie hier
abgebildet.
Bildbreite 6 cm
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Speckstein-Küglechen, leicht von Eisenmineralien
überzogen,
Bildbreite 5 cm, Fund 4/2003
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Calcit-Kristall, 5 cm lang und 3 cm dick, mit rauher,
für die
"Zeche" typischer Oberfläche und Form.
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Mitunter sind Stufen von der Johanneszechne mineralogisch recht
interessant,
auch wenn sie "nur" aus häufigen Mineralien bestehen. Hier ein
Beispiel:
Auch Calcit von der Johanneszeche fehlt in kaum einer lokalen Sammlung. Beachtliche Kristalle (über 10 cm) und flächenreiche Formen wurden gefunden. Typisch ist der Habitus "Kanonenspat", also pseudohexagonale prismatische Kristalle mit dreifach flach abgeschrägter Endfläche. Auch skalenoedrische Kristalle traten auf. Fast immer sind die Kristalle weiß-gelblich, sehr selten klar oder stärker gefärbt. Auch fällt die typischerweise rauhe Oberfläche der Calcite auf.
Dolomit bildet nur kleine "Kristallrasen" von weißer,
gelblicher
(selten auch rosa) Farbe. Auf solchen Kristallrasen sitzten mitunter
schöne
wasserklare Quarzkristalle (als jüngere Bildung),
Specksteinkügelchen
und Calcitkristalle auf. Im Marmor ist ab und an Graphit lagenartig
enthalten.
An weiteren Mineralien möcht ich Beryll nennen. In einem Bereich der Grube wurde in großen Zeitabständen ein Beryll-führender Pegmatitgang angefahren (zuletzt 1999). Die gelbrünlichen Berylle sind stets in Quarz und Feldspat eingewachsen, und kamen in beachtlichen Exemplaren (bis 30 cm) vor. Leider sind viele Kristalle stark zersetzt und zerbröseln beim freipräparieren gnadenlos. In diesem Pegmatitgang tritt dazu Turmalin (schwarz=Schörl und angeblich auch blau=Indigolith) und untergeordnet Granat (Almandin oder Spessartin) auf. Kurioserweise wurde auf dem Speckstein um 1850 auch "Uranglimmer" gefunden - zumindest wenn man der alten Literatur glauben darf. Unmöglich ist das nicht, besonders wenn man bedenkt, dass mehrere Pegmatitgänge in der Lagerstätte angeschnitten sind, es soll übrigens sowohl Kupfer- wie auch Kalkuranglimmer (also Torbernit und Autunit) gewesen sein. Im Pegmatit, meistens nahe dem Beryll fand sich noch Zirkon, Columbit und Albit. Eine besondere Rarität stellen die bis 15 mm (!) großen Bertrandit-Kristalle (siehe www.vfmg-weiden.de/fdm14.htm), als sek. Bildung aus dem Beryll dar.
Als dritte Paragenesengruppe (neben Speckstein-Paragenese und Pegmatit) wären die kontaktmetamorphen Mineralien, typischerweise Kalksilikatmineralien zu nennen. Hier findest sich strahliger Vesuvian (Egeran), Epidot, Scheelit, selten auch Fluorit und Pyrit.
Zu den Raritäten zählen in der Johanneszeche neben Fluorit einige Erzmineralien wie Pyrit, Kupferkies und Magnetkies. MEIER nennt auch Bismuthinit und Hämatit, beide sind mir in der Zeche aber noch nicht über den Weg gelaufen.
Schöne Kristalle sind wie gesagt sehr selten, manchmal
stolpert
man über kuriose Paragenesen:
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Das Bild links zeigt Pyrit auf graugrünem Speckstein. (Bildbreite etwa 4 cm) Der Pyrit hat zusammen mit etwas Calcit eine sehr schmale Kluft im Speckstein gefüllt, konnte also keine freien Kristalle bilden. Die "Pyrit-Flecken" sind bis zu etwa 1/2 cm groß. |
Literatur: