Geologisch gesehen handelt es sich bei dem Vorkommen um einen
Pegmatit,
der allerdings nach seiner Entstehung nochmals (mitsamt des
Nebengesteins)
durchbewegt wurde. Dafür ist die Bezeichnung "Meta-Pegmatit" in
der
Literatur zu finden. Es kann nicht sicher gesagt werden, ob das
Vorkommen
- wie vermutet - älter als die anderen oberpfälzer Pegmatite
(Püllersreuth, Hagendorf usw.) ist.
Zumindest
unterscheidet es sich durch den fehlenden zonaren Aufbau, seine
"Vermischung"
mit dem Nebengestein und auch durch die Mineralführung erheblich.
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Wo früher die Fördergleise lagen hat sich die Natur ihren Raum zurück erobert. Das Bild links zeigt den (mit einer Eisentür verschlossenen) alten Stolleneingang im dichten Gestrüpp. Auch wer die Grube früher gekannt hat, findet den ehemalingen Eingang heute nur noch schwer. |
Da die Halden abgetragen, die Grube vollgelaufen und der Eingang verschlossen ist, muß der Fundpunkt "Gertrude" als erloschen gelten. Jedoch waren in den letzten Jahren die Sammler eifrig dabei, im Umfeld der Grube nach Mineralien Ausschau zu halten - und wurden auch fündig. So stammen die häufig mit Fundpunkt "Gertrude" angegebenen Stücke auf regionalen Börsen gar nicht aus - sondern "aus der Nähe von" Grube Gertrude.
Nun
zu den Mineralien: Da kann man sich eigentlich auf Granat (Almandin)
beschränken. Dieser trat in bis zu ca. 2 cm großen durchaus
gut ausgebildeten Kristallen im Feldspat oder Quarz eingewachsen auf.
Es
waren zwei "Farbtypen", ein etwas rötlicherer, farblich dem
Zillertaler
Almandin ähnlich und häufiger ein dunkel-schwarzbrauner
Granat.
Bei der Kristallform war der Ikositetraeder häufiger als der
Rhombendodekaeder,
gerne auch Kombinationen beider Formen vorzufinden. Nach chemischen
Untersuchungen
(E. Keck, 1963) handelt es sich um einen Mn-haltigen Almandin.
Bei einer Befahrung zu Betriebszeiten konnte ich mit einem
UV-Gerät
untertage Autunit, jedoch nur in kleinen, dünnen
Belägen
feststellen. Bekannt ist noch Pyrit (mm-kleine
Kriställchen)
. Columbit Molybdänglanz und Titanit kommen ebenfalls als
große
Rarität vor. Im Nebengestein traten noch weitere Mineralien wie
Calcit
und Zinkblende auf, jeweils nur in sehr unscheinbaren
Kriställchen. Erstaunlich ist die Ähnlichkeit mit den
Mineralien vom Tunnelbau bei Neustadt.
Literatur:
Keck Erich, "Oberpfälzer Granate
(Vorkommen
und chemische Zusammensetzung)", in "Der Aufschluss" 14, 316-319,
Heidelberg,
1963
Weber Berthold, "Mineralfundstellen unserer
Heimat",
ISBN 3-922486-07X, Verlag Papier-Weber, Weiden 1976 und 1982
Weber Berthold, "Mineralien aus den
Metapegmatiten
Wilma und Gertrude bei Obersdorf und Menzlhof in der Oberpfalz", in
"Der
Aufschluss" 29, 325-329, Heidelberg, 1978