Fluorit in Berthold's Mineralien-Sammlung:


Fluorit (Flußspat, Flussspat, Honigspat, Stinkspat) ist chemisch gesehen Calciumfluorid (CaF2) und in reiner Form farblos. Die häufig würfelförmigen (kubischen) Kristalle zeigen, durch wechselnden Anteil färbender Beimengungen gerne zonaren Aufbau, die Farbpalette reicht von weiß-klar über gelb, honigbraun (=Honigspat), grün, blau, violett, rosa, rot bis tiefschwarz.

Der tiefschwarze Fluorit von Wölsendorf (Marienschacht) gibt auf Schlag freies Fluor ab. Das führt zu einem starken Gestank (=Stinkspat). Sehr dunkle Färbungen werden z.T. auf radioaktive Strahlung zurückgeführt. Teilweise enthält Fluorit sogenannte Halos, das sind kugelschalenartige Verfärbungserscheinungen durch die Alpha-Strahlung. Fluorit kann einige beachtenswerte physikalische Erscheinungen zeigen: Bei Bestrahlung mit UV-Licht leuchten (besonders intensiv gefärbte Fluorite) farblich auf (=fluoreszieren), z.T. geben Fluorite auch Licht ab, wenn sie erwärmt werden (Thermolumineszenz). Typische Begleitmineralien sind Baryt, Quarz, Calcit, Kupferkies, Bleiglanz u.a.m. Von Prof. Hugo Strunz wurde (in "Der Aufschluss" 8/1961) die epitaktische Verwachsung von Pyrit-Kristallen auf Fluorit (beobachtet auf Wölsendorfer Funden) beschrieben. Ebenso wurde Epitaxie von Bleiglanz auf Fluorit (Grube Max bei Wölsendorf) und Zinnober in Fluorit (Grube Cäcilia bei Wölsendorf) gefunden.

Neben dem Hexaeder (Würfel) tritt als Kristallform seltener noch Oktaeder, Dodekaeder, Pyramidenwürfel  und sehr selten {731} "Skalenoeder" (Funde z.B. Grube Cäcilia/Wölsendorf) und andere Formen auf. Wenn die Würfelkanten einfach abgekantet sind, liegt eine Kombination mit Dodekaeder, bei zweifacher Abkantung mit Pyramidenwürfel vor. Manchmal erscheinen Würfelflächen auch leicht geknickt, man hat dann z.B. {32 1 0} Flächen gemessen. Typischerweise sind Würfelflächen glatt, Oktaederflächen rauh. Härte ist 4, Dichte ist 3,1 bis 3,2. Fluorit dient in der Hüttenindustrie zur Herabsetzung der Schmelztemperatur, zur Herabsetzung der Garbrandtemperatur bei Zement, zur Herstellung von (glasätzender) Flusssäure sowie (klare Kristalle) in der Optik für apochromatische Objektiv-Linsen. Seit einiger Zeit wird Fluorit auch als Schmuckstein verschliffen, was aber wegen seiner geringen Härte und guten Spaltbarkeit wenig Freude macht. Anfang April 2000 hat ML Schott in Jena das weltgrößte Werk zur Züchtung von hochreinen CaF2-Kristallen eröffent. Die (glasklaren) Oktaeder werden teuerer als Gold gehandelt.

Fluorit ist sehr formen- wie farbenreich, siehe auch meine Seite für Wölsendorfer-Fluorit.  Nachfolgend eine kleine (unvollständige) Auflistung von Flächen, die man beim Fluorit gefunden hat (natürlich häufig in Kombinationen zu anderen Formen):

{100} {110} {111} {210} {310} {311} {421} {730} {731} {821} {833} ...

Es können so viele Flächen sein, dass beim ersten Augenschein nur eine kugelige Gestalt wahrgenommen wird, wie z.B. bei den Kugelfluoriten von der Grube Teufelsgrund im Münstertal.
 

 (Hier einige Kristallzeichnungen zu Fluorit)


Die schönsten meiner nicht heimischen Fluorite meiner stammen aus China, Spanien (Berbes), Okurusu, Marokko, und Mexiko, USA und Russland. Eine Stufe mit  Oktaeder (bis 5 cm Kantenlänge darauf Calcit xx Hunan/ China) und 5 cm tiefschwarze Würfel aus Joplin/USA, ebenso ein Fluorit-Kristall (Cave in Rock/USA) (zart-violetter Würfel  110x115x100 mm Kantenlänge auf Zinkblende) und meine größten Kristalle (Stufe von der Grube Clara/Schwarzwald mit Würfeln bis 150 mm Kantenlänge) sind besondere Raritäten in meiner Fluorit-Vitrine.

Bilder von meinen Fluorit-Sammlungsstufen finden sich hier:


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