
So verwundert es doch, daß nur selten wirklich große Kristalle (so wie die oben abgebildeten oder größer) gefunden werden. Es scheint strukturelle Gründe zu haben, daß dieses Mineral eher kleine, aus vielen Einzelkristallen zusammengesetze Kriställchen und weniger häufig große Einzelindividuen bildet. Typische Kristalle sind flächenarme einfache Rhomboeder, gerne "sattelförmig" gekrümmt und "parkettiert". Flächenreiche Formen sind ausgesprochen selten.
Strukturell findet man im Dolomit Ca:Mg als 1:1. Da diese Atome unterschiedlich groß sind finden sich keine Mischkristalle zu Calcit. Jedoch kann Magnesium durch Eisen und/oder Mangan (teilweise) ersetzt sein, so daß fast immer Zwischenglieder einer Mischungsreihe, selten jedoch reinster Dolomit vorliegt. Die Minerale Ankerit CaFe(CO3)2 und Kutnahorit CaMn(CO3)2 stellen die Eisen- bzw. Mangan-Endglieder der Mischungsreihe dar, jedoch enthalten beide in der Regel nicht mal wenig Magnesium. Ohne (quantitative chemische) Untersuchung kann das Mineral nicht sicher bestimmt bzw. eingeordnet werden.
Die industielle Verwendung von Dolomit ist vielseitig. Dolomitgestein (Dolomitmarmor) wird im Bauwesen verwendet, kleingemahlen als ausgezeichneter Dünger auf die Felder ausgebracht, andererseit wird Dolomit auch gebrannt (bei 1500-1700° dann "Sinterdolomit") für Ofen-Ausmauerung ebenso eingesetzt, wie die Verwendung im Hochofen (Thomas-Prozeß) erfolgt.
Dolomit ist (bei sehr seltenen reinen Kristallen) absolut klar und farblos, häufig aber durch weiß bei beige oder hell gefärbt und nur wenig durchscheinend. Berühmteste Fundstelle für Sammlerstücke war Eugui, Navarra / Spanien, wo große und klare Kristalle gefunden wurden.
In meiner Sammlbung kann ich viele Stufen mit schönen Dolomitkristallen
zählen. Die Stufe oben mit 5 cm Kristallen kommt aus Capnic/Rumänien
und ist kanpp 30 cm breit. Dolomit begleitet in meiner Sammlung Baryt (Dreislar,
Wölsendorf), Zinnober (China), Kupferkies
(Frötschendorf), Calcit und Quarz (Göpfersgrün) Gips
und viele andere Mineralien. Einen wasserklaren, 1,5 cm großen Dolomitkristall-Zwilling
habe ich aus dem Binntal, die anderen Stücke sind allesamt weiß,
grau, braun, gelblich usw. gefärbt. Natürlich habe ich auch Ankerit
und Kutnahorit, die Eisen- bzw. Mangan-Endglieder in meiner Sammlung.