
Dabei kommt Coelestin - seltener als Baryt - auf hydrothermalen Gängen, häufiger jedoch in Klüften und Hohlräumen von Sedimentgesteinen (namentlich Kalksteine, Mergel) und in Blasenräumen vulkanischer Gesteine vor.
Früher wurde Coelestin zur Gewinnung von Strontiumhydrat (zur Entzuckerung von Melasse) gefördert. Verwendung in der Feuerwerkerei, färbt die Flamme karminrot. Derzeit beträgt die jährliche Weltförderung von Strontiumerzen (Coelestin und Strontianit) ca. 140.000 Tonnen. Mengenmäßig wandert das Strontium heute in die Glasindustrie (Färben von Glas) und in die Stahlundustrie (Härtung). Strontium ist giftig, zwar nicht ganz so toxisch wie Barium (das allerdings z.B. im Baryt so schwerlöslich gebunden ist, daß davon keine Giftwirkung ausgeht) aber durchaus nicht ungefährlich.
Die Kristallstufen von Coelestin in meiner Mineraliensammlung kommen
von zahlreichen Fundstellen: Prismatische Kristalle mit Schwefel (Machuow/Polen),
4 cm große, gedrungene Kristalle von Katsepy/Madagsskar, speerförmige
Kristalle (Bild oben) bis 5 cm von Majunga/Madagaskar, aus Deutschland
von Gembeck/Sauerland (15 mm Kristall), Bad Kösen (bis 1 cm Kristalle)
und bis 10 mm faserig von Jena-Lobeda/Thüringen. Mein größter
Kristall ist etwa 8x3x3 cm groß, aufgewachsen und kommt aus Madagsakar.