Der
Kristallkeller von Brünst - Leßlohe - Hagenhaus
Für Mineraliensammler ist es manchmal wichtig, zur richtigen Zeit
am richtigen Ort zu sein - um grandiose Funde zu machen. So war es
zumindest
im Jahre 1973, als die Erdgasleitung von der damaligen UDSSR her
kommend,
nördlich Waidhaus, die Grenze nach Deutschland
überschreitend,
gebaut wurde. Das war mit erheblichen Erdbewegungen verbunden. Nahe der
Ortschaft Brünst, südwestlich des kleinen Weilers "Hagenhaus"
wurde in ca. 2 Meter Tiefe eine mehrere Meter große Druse,
gefüllt
mit schönen Quarzkristallen bis 20 cm Länge - eben ein
Kristallkeller
- angeschnitten. Dies war auch deswegen besonders erstaunlich, weil
absolut
keine ähnlichen (auch viel kleinere) Funde aus dieser Gegend im
eintönigen
Gneis (moldanubisch) bekannt geworden sind. Zufällig an der
Baustelle
vorbeikommende Urlauber (die wunderbare Landschaft, Gastlichkeit und
günstige
Preise laden auch heute noch ein) konnten schöne
Bergkristallstufen
in großer Zahl bergen.
Die genaue Lage der Fundstelle ist linker Hand der
Verbindungsstraße,
etwa auf halber Strecke zwischen Kastanienhof und Hagenhaus. Die gelben
Markierungspfosten der unteririsch verlegten Gasleitung bieten die
beste
Orientierungshilfe. Flurbezeichnung "Gibacht"
Da die Baustelle recht schnell wieder geschlossen wurde,
beschränken
sich die Funde (mit jährlich sinkenden Aussichten) auf
Stücke,
die beim Ackern durch den Pflug nach oben kommen. Während die
Fund-Situation
um 1980 noch als "gut" zu bezeichnen war, möchte ich heute eher
"recht
dürftig" sagen. Jährlich suchen dennoch viele Sammler im
Spätherbst
und im Frühling den Acker ab, mein letzter Besuch (3/2000) war
"fundlos".
5 cm großer Quarzkristall vom Brünst